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Konsum, Alltag und Globalisierung

7 Fragen zu Konsum und Umwelt

10. Januar 2006 um 23:55 von Ralph

Heute möchte ich 7 Fragen in die Bloggerrunde werfen, um zu erfahren, was Netizens, die ich schätze, über Umwelt und Konsum denken und welche Erfahrungen ihnen wichtig waren. Die Antworten können im eigenen Weblog oder hier als Kommentar gepostet werden. Selbstverständlich kann jeder Besucher seinen Antworten hier posten.

1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

Thematik: Konsumerfahrung,Konsumkritik . .

43 Kommentare

  • 1. Iris | 10.01.06 um 21:46

    Hi Ralph, Dein Wunsch ist mir Befehl ;o).

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    Ja gibt es: 1. Zigaretten – bin vor einiger Zeit aus Kostengründen aufs Stopfen umgestiegen, 2. Fertiggerichte und Fastfood (außer Grillwurst ;o). Erstens schmeckt das imo alles irgendwie gleich, und zweitens ist mir da zu wenig ‚Echtes‘ drin (dafür reichlich Chemie, wie Geschmacksverstärker, Aroma- und Farbstoffe).

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Ja klar, die Steuererhöhungen auf Tabakwaren und dann die BSE-Panik damals. Ich hab‘ zwar schon vorher nicht viel Rindfleisch gegessen, aber zu der Zeit, als das Thema in den Medien hochgepusht wurde, erst mal ’ne Weile gar keins mehr.
    Ein weiteres Ereignis, das mein Kaufverhalten wesentlich geprägt hat, war mein Einstieg in die digitalen Welten. Denn ohne PC hätte ich mir natürlich auch keine Tastaturen, Mäuse, Bildschirme, Scanner, Drucker, Digicams und keine Software angeschafft ;o). Und dann wäre da natürlich auch mein Internetzugang zu nennen, der dafür gesorgt hat, dass ich heute auch online konsumiere. Allerdings auch dafür, dass ich mich heute vor größeren Anschaffungen im Internet über die Qualitäts- und Preisunterschiede informieren kann.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    Boah, das ist ’ne schwierige Frage. Da gibt es so viel, was ich beängstigend oder empörend finde. Am meisten aufgeregt haben mich aber in den letzten Jahren die Kriege um die Erdölressourcen im Nahen Osten. Ich finde, man darf sich da nichts vormachen lassen. Das Öl ist der Hauptgrund, warum dieser Krieg der Kulturen beständig weiter geschürt und wohl noch Hunderttausende Opfer fordern wird.

    Was mich allerdings auch immer wieder erschüttert und empört ist die Massentierhaltung, die meiner Ansicht nach die wesentliche Ursache der regelmäßig auftretenen Krisen auf dem Fleischmarkt ist (BSE, Schweinepest, Vogelgrippe). Wir beuten unsere Mitgeschöpfe rücksichtslos aus, misshandeln und quälen sie, nur um massenhaft billiges Fleisch produzieren und konsumieren zu können. Für diese Sünden werden wir irgendwann einen hohen Preis bezahlen müssen…

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Verbraucherschutz? Wo? Gewinnmaximierung heißt die Parole. Der Verbraucher ist doch nur ein Konsument, eine Geldquelle auf zwei Beinen …und er zählt auch in unserer Gesellschaft nur, solange er das bleibt. Und Umweltschutz spielt in dieser Rechnung schon gar keine Rolle mehr. Damit lässt sich ja nichts verdienen. Wer soll denn dafür noch eintreten, in Zeiten, in denen die Politik national und international von wirtschaftlichen Interessen dominiert wird?

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Langlebiger auf keinen Fall. Dies ist eine Wegwerfgesellschaft. Nur so kann überhaupt noch ein Markt einigermaßen florieren, der eigentlich gesättigt ist. Sich neue zahlungskräftige Märkte zu schaffen, hat man ja versäumt. In Entwicklungsländern lässt sich zwar billig produzieren, nur hat da natürlich auch keiner das Geld, die Produkte zu kaufen.
    Auch die Hersteller von Markenprodukten haben heute kein Interesse mehr daran, dass ein Kunde zehn Jahre den selben CD-Player oder 20 Jahre die selbe Waschmaschine benutzt und sie dann womöglich auch noch reparieren lässt. Also kriegt er entweder gar keine Ersatzteile mehr für das Gerät oder die Reparatur ist so teuer, dass die Anschaffung eines neuen Produktes lohnender ist.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Ideen hätte ich schon. Und da bin ich sicher nicht die einzige. Die Probleme und ihre Ursachen sind ja eigentlich vielen bekannt (s.o). Aber ich sehe wenig Chancen zur Verbesserung der Lage, solange die Politik weltweit von den Interessen weniger Kapitalisten bestimmt wird.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Essen: Bevorzugung von regionalen Nahrungsmitteln aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung. Da hab‘ ich natürlich gut reden, hier auf dem Lande ist es ja relativ leicht, da dran zu kommen. Doch ich weiß auch aus Erfahrung, dass das in der Großstadt nicht so einfach ist.
    Kochen lernen und es auch den Kindern beibringen. Dann ist man nicht auf Fastfood und Fertigfutter angewiesen.

    Energiesparen: So wenig wie möglich Auto fahren. Fahrradfahren braucht kein Sprit und ist gesund ;o).

    Verzicht: Weniger Fernsehen, Kataloge wegschmeißen. Das bedeutet nämlich auch, sich weniger durch Werbung suggerieren zu lassen, dass man Dinge unbedingt haben muss, die man eigentlich gar nicht braucht ;o).

  • 2. Marcus Völkel | 11.01.06 um 02:32

    Moin ;)

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest?

    Microsoft-Produkte. RFID-Chips. Coca-Cola (die Marke bzw. den Konzern). Zigaretten, in wenigen Wochen seit fünf Jahren. BILD. Asiatische Restaurants, insbesondere Sushi-Läden.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Das Internet. Die Jahrtausendwende, New Economy, Apple, Macs. Ereignisse in meinem privaten Umfeld wie Heirat, Selbstständigkeit, Gründung meiner zweiten GmbH, Fallschirmspringen, Fliegen, die Sahara.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    George Bush, Irak, Kyoto-Protokoll. Darüber hinaus neige ich derzeit zu Unempörtheit und Resignation.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Öh, ich glaube nicht an Umwelt- und Verbraucherschutz. Ich zähle mich auch nicht zu den Leuten, die vor sich selbst geschützt werden müssen. Was mich beunruhigt, lässt sich meistens mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner Informationsmangel oder Desinformation bezeichnen. Seit dem BILDblog beunruhigt mich auch wieder die BILD, ja.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Das kann ich nicht pauschal beantworten. Ich nutze seit 15 Jahren Handys. Sie werden immer schlimmer. Powerbooks sind wesentlich billiger als früher, wurden aber immer besser. Mal schauen, was das MacBook Pro bringt. 2001 ist mir eine Videokamera aus 4000 Metern Höhe aus einer Cessna gefallen; sie ist heute noch (ohne Reparatur, nur mit ein paar Kratzern) im Einsatz. Qualitätsklamotten profitieren von Hightech sowohl in der Produktion als auch in den Materialien; ich finde, dass man das merkt und fühlt. Markenprodukte mit Fokus auf Qualität (!) sind in meiner Wahrnehmung besser geworden, solange ihnen die Globalisierung nicht in die Quere gekommen ist. Allerdings sind Marketing und Branding penetranter und peinlicher geworden; hier ist der Nullpunkt schon überschritten worden, finde ich.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Nö, ich bin selbst auf der Suche nach sowas. Darüber hinaus neige ich derzeit dazu, mit Politikern nicht in Diskurse jegwelcher Art treten zu wollen (doch, Politik ist wichtig). Echten Menschen begegnen, gute Bücher lesen, befriedigende Gespräche suchen, sich selbst hinterfragen – ich glaube daran, dass das zu einem guten Verhältnis mit allem führt. Ausgewogenheit halte ich für wichtig, denn wer kann schon konsequent von sich behaupten, dass er die Umwelt schützt?

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    1) Habt eine Menge Spaß und unglaublich viel Sex!

    2) Ich sehe mich als Hedonisten. Kochen für glückliche Menschen macht Spaß und Freude und satt. Bei mir geht der Trend eindeutig weg von Restaurantbesuchen hin zum persönlichen Bekochen und Bekochtwerden.

    3) Freiwilliger Verzicht: Ich empfehle ein einsames Kameltrekking durch die Sahara. Wer da nicht zu sich selbst findet und seine Prioritäten zu ordnen vermag, dem kann auch nicht mehr geholfen werden. Alternativ tut’s auch ein Klosterbesuch mit Mönchen und Meditationsstunden. Oder ’nen Van kaufen und durch einen Kontinent tingeln. Ich nenn‘ das übrigens nicht Verzicht, sondern Konzentration. Manchmal höre ich meine Frau zu mir sagen: »Du bist heute wieder so… so fokussiert!«

    4) Unfreiwilliger Verzicht: Tut im Nachhinein ganz gut, auch mal durch die Hölle gegangen zu sein.

    5) Akkus statt Batterien fällt mir noch ein; ich benutze nur Akkus in meinen batteriegetriebenen Geräten.

    6) Energiesparend Autofahren ist möglich! Ich verkaufe gerade mein Auto, weil ich festgestellt habe, dass ich mit Flugzeug, Bahn, Taxi oder zu Fuß immer schneller und günstiger unterwegs bin als mit Auto.

  • 3. Marcus Vlkel | 11.01.06 um 02:32

    Moin ;)

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest?

    Microsoft-Produkte. RFID-Chips. Coca-Cola (die Marke bzw. den Konzern). Zigaretten, in wenigen Wochen seit fünf Jahren. BILD. Asiatische Restaurants, insbesondere Sushi-Läden.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Das Internet. Die Jahrtausendwende, New Economy, Apple, Macs. Ereignisse in meinem privaten Umfeld wie Heirat, Selbstständigkeit, Gründung meiner zweiten GmbH, Fallschirmspringen, Fliegen, die Sahara.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    George Bush, Irak, Kyoto-Protokoll. Darüber hinaus neige ich derzeit zu Unempörtheit und Resignation.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Öh, ich glaube nicht an Umwelt- und Verbraucherschutz. Ich zähle mich auch nicht zu den Leuten, die vor sich selbst geschützt werden müssen. Was mich beunruhigt, lässt sich meistens mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner Informationsmangel oder Desinformation bezeichnen. Seit dem BILDblog beunruhigt mich auch wieder die BILD, ja.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Das kann ich nicht pauschal beantworten. Ich nutze seit 15 Jahren Handys. Sie werden immer schlimmer. Powerbooks sind wesentlich billiger als früher, wurden aber immer besser. Mal schauen, was das MacBook Pro bringt. 2001 ist mir eine Videokamera aus 4000 Metern Höhe aus einer Cessna gefallen; sie ist heute noch (ohne Reparatur, nur mit ein paar Kratzern) im Einsatz. Qualitätsklamotten profitieren von Hightech sowohl in der Produktion als auch in den Materialien; ich finde, dass man das merkt und fühlt. Markenprodukte mit Fokus auf Qualität (!) sind in meiner Wahrnehmung besser geworden, solange ihnen die Globalisierung nicht in die Quere gekommen ist. Allerdings sind Marketing und Branding penetranter und peinlicher geworden; hier ist der Nullpunkt schon überschritten worden, finde ich.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Nö, ich bin selbst auf der Suche nach sowas. Darüber hinaus neige ich derzeit dazu, mit Politikern nicht in Diskurse jegwelcher Art treten zu wollen (doch, Politik ist wichtig). Echten Menschen begegnen, gute Bücher lesen, befriedigende Gespräche suchen, sich selbst hinterfragen – ich glaube daran, dass das zu einem guten Verhältnis mit allem führt. Ausgewogenheit halte ich für wichtig, denn wer kann schon konsequent von sich behaupten, dass er die Umwelt schützt?

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    1) Habt eine Menge Spaß und unglaublich viel Sex!

    2) Ich sehe mich als Hedonisten. Kochen für glückliche Menschen macht Spaß und Freude und satt. Bei mir geht der Trend eindeutig weg von Restaurantbesuchen hin zum persönlichen Bekochen und Bekochtwerden.

    3) Freiwilliger Verzicht: Ich empfehle ein einsames Kameltrekking durch die Sahara. Wer da nicht zu sich selbst findet und seine Prioritäten zu ordnen vermag, dem kann auch nicht mehr geholfen werden. Alternativ tut’s auch ein Klosterbesuch mit Mönchen und Meditationsstunden. Oder ’nen Van kaufen und durch einen Kontinent tingeln. Ich nenn‘ das übrigens nicht Verzicht, sondern Konzentration. Manchmal höre ich meine Frau zu mir sagen: Du bist heute wieder so… so fokussiert!

    4) Unfreiwilliger Verzicht: Tut im Nachhinein ganz gut, auch mal durch die Hölle gegangen zu sein.

    5) Akkus statt Batterien fällt mir noch ein; ich benutze nur Akkus in meinen batteriegetriebenen Geräten.

    6) Energiesparend Autofahren ist möglich! Ich verkaufe gerade mein Auto, weil ich festgestellt habe, dass ich mit Flugzeug, Bahn, Taxi oder zu Fuß immer schneller und günstiger unterwegs bin als mit Auto.

  • 4. Marcus | 11.01.06 um 02:35

    Ich wollte eigentlich nur die »7.« fett machen…

  • 5. 7 Fragen zu Konsum und Um&hellip | 11.01.06 um 11:02

    […] Ralph Segert vom Konsumblog.de hat mir sieben Fragen gesendet, hier meine Antworten: […]

  • 6. Verena | 11.01.06 um 13:23

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    Coca Cola, Nestle. Nährwert = 0 bis gesundheitschädlich und Unternehmer die vor nichts zurückschrecken. Hier könnten noch etliche Beispiele folgen. Auch um Fertiggerichte mache ich einen großen Bogen.

    Das bedeutet für mich aber nicht Verzicht sondern ein Plus an Lebensqualität :-) Ich mag keine Pülverchen mit Designer-Aromen zusammenbrauen sondern sehen, was die Bestandteile meiner Nahrung sind und möglichst wissen, wo sie herkommen.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Ich bin in den letzten 10 Jahren besser informiert als ich es vorher war. Das liegt an gewachsenem Interesse und an den Möglichkeiten des Internets.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    Die egoistische und schonungslose Ausbeutung jeglicher Ressourcen. Wieviel Plastik- und kurzlebiger Kitsch, Klingeltöne & Co. tatsächlich Abnehmer finden können und dass Kinder von aufregenden Events weniger beeindruckt sind als ich, weil der Gamecube mehr kickt.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Genfood, Patente auf Saatgut.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Alles wird funktioneller, durch neue Technologien und Materialien, oft sehr vorteilhaft, manchmal auch unnütz, doch da hat jeder andere Ansprüche. Langlebiger wird heute kaum etwas und Marke ist nicht immer mit Qualität gleichzusetzen. Im Lebensmittel- und Kosmetikbereich schneiden bekannte Marken im Magazin Öko-Test oft weitaus schlechter ab als noname-Produkte. Sich hier zu informieren ist mit Sicherheit gesund und bringt Vorteile für den Geldbeutel.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Interesse an der eigenen Gesundheit und fairem Handel. Konsumenten können sich nur selbst schützen indem sie sich informieren und dementsprechend konsumieren. Von anderen ist da nichts zu erwarten. Politiker könnten darüber nachdenken, dass sie ebenfalls verantwortliche Konsumenten sind, was soll man da sagen?

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Selber kochen statt Fastfood. Dafür möglichst regionale, wenn der Geldbeutel es erlaubt Bio-Produkte einkaufen. Für kurze Strecken Fahrrad statt Auto fahren. Auf eine angemessene, nicht zu hohe Raumtemperatur achten. Im Moment bin ich scharf auf einen Kaminofen und hoffe, vor dem nächsten Winter einen installiert zu haben.

  • 7. Ralph | 11.01.06 um 14:11

    Auch sehr interssant und mit einigen netten Links gewürzt:

    und leider bedingt die politische und soziale realitaet hier in deutschland ein desintresse an fragen der lebensmittelqualitaet und des umweltschutzes. hat sicher auch mit den gruenen zu tun, denen hat man das thema ueberlassen und mit denen geht es jetzt unter.

    Die 7 Antworten von Frau mutant

  • 8. Onno | 11.01.06 um 20:43

    Moin,

    vielen Dank an Dich, Ralph, für die ‚geworfenen‘ Fragen.

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    (Nicht vollständige Aufzählung.) Eiernudeln. Wer mal mitangesehen hat wie ein Flüssigei-Tankwagen befüllt wird und was da alles mit reinkommt, dem fällt der Verzicht ausgesprochen leicht, zumal Hartweizennudeln eh besser schmecken. Kalbsfleisch. Kälber sind nun mal als Wiederkäuer geboren und haben ein starkes Bedürfnis nach strukturierter Rohfaser. Dies wird ihnen aber verwehrt und sie erhalten lediglich eine Tränke aus Milchpulver. Auch hier: wer einmal die Verzweiflung dieser gequälten Kreaturen gesehen hat, nimmt einen nachhaltigen Eindruck mit, der nicht wieder verblasst. Backwaren die mit Backpulver hergestellt sind. Ich habe da wohl eine Überempfindlichkeit gegen das Natriumhydrogencarbonat oder das Säuerungsmittel, oft wird dazu ja Dinatriumdiphosphat oder Monocalciumorthophosphat benutzt. Fast-Food Freßtempel. (Nichts gegen eine Portion Pommes hin und wieder, aber nicht in _den Tempeln!) Superduper Sonderangebote, oft teurer Müll. Der Spielraum zwischen Nepp und Manufactum ist groß genug, um jedem Produkte mit einem fairen Preis- Leistungsverhältnis zu bieten. Imperialistenbrause. Ananas (weil ich ihn überhaupt nicht mag! ;-).

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Ganz klar das Internet. Wenn wir ein Produkt im Fachhandel nicht bekommen konnten, dann sind wir früher durch 3 bis 4 Läden gezogen, haben mit den Leuten geredet und mit Glück einen gefunden, der das Gewünschte bestellt. Heute geht das problemlos übers Internet, man redet allerdings auch weniger…

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärkstenbeeindruckt oder empört?

    Die traurigen Kriege der letzten Jahre. Das schlaffe Kyoto-Protokoll, ein typisches Windbeutel-Feigenblatt. Die rücksichtslose Überfischung der Meere. Kaum noch ein traditionell hergestelltes Brötchen kaufen zu können, welches diese Bezeichnung verdient (99% des Angebots sind Blender aus fertigen Backmischungen, deren Zusatzstoffe nicht deklariert werden müssen).

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Der Tanz um das goldene Kalb und seine verheerenden Auswirkungen. Wir leben ja unter der gnadenlosesten Diktatur, seit dieses Wort erfunden wurde. Vor Ort in zahllosen Beispielen sehen zu müssen, wie Inhalte und geltende Rechtsprechung in Naturschutzbelangen sich in Nichts auflösen wenn genügend Geld eine Rolle spielt, ist schon deprimierend. Deshalb mag auch kaum noch jemand hinschauen. Verständlich, daß die Schar der für den Naturschutz aktiv einstehenden Menschen überschaubar ist. Der Verbraucherschutz kann nicht flicken, was ein auf ganz andere Ziele ausgerichtetes System hervorbringt. Als Beispiel sucht mal ein Schwein, welches mit Erzeugnissen gemästet wurde, die in Sichtweise des Hofes wuchsen.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Der große Trend geht zur Kurzlebigkeit. Ich kenne keine Marke, die allein durch Ihre Produktfeatures überzeugt.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Nein. Weil dazu müßte man schon sehr tief ins System gehen und heute Grundsätzliches und Selbstverständliches verändern. _So sehr_ brenne ich nicht, um die notwendigen Horden von Politikern anzuzünden mit meinen Ideen.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Ich esse verdammt gerne, das bewahrt mich schon vor jeder Menge Müll. Bei der Ernährung auf kurze Wege achten, Saisonales bevorzugen, auf dem Wochenmarkt einkaufen und mit den Erzeugern reden. Flüchtige Versuchungen hinterfragen. Liebend gern täte ich auf das Auto verzichten. Das geht aber leider nicht, weil wir hier viel Gegend und wenig Häuser haben (weite Wege). Fön, Mikrowelle und Wäschetrockner bräuchte es für mich nicht zu geben.

  • 9. filapper » Konsumbl&hellip | 11.01.06 um 20:45

    […] Gestern warf er die 7 Fragen zu Konsum und Umwelt in die Runde, an der übrigens jeder teilnehmen kann. Gute Idee und interessant zu lesen! […]

  • 10. Lu | 11.01.06 um 20:57

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    Plutonium
    weil es zu umständlich ist, daraus eine Bombe zu bauen.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Ja, die Einführung des Euro und die damit verbundenen Preissteigerungen. Ist schon fast ein Jahr her, seit ich zum letzten Mal Rehrücken gegessen habe.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    Die Preise seit der Einführung des Euro.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Umwelt und Verbraucherschutz ? Was hat das mit einander zu tun ? Verbrauchen wir nicht alle die Umwelt? Wozu sollte sie sonst da sein?

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Einiges hat nachgelassen, anderes wird besser.
    Was ist schon ein Markenprodukt? Marken sind Label , das hat ja nichts mit Qualität zu tun.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    ? Wie meinen? Das Verhältnis zwischen Umweltschutz und Konsum oder das Verhältnis zwischen Konsum und Lebensqualität, oder was ?
    Nichts konsumieren würde die Umwelt schonen aber die Lebensqualität auf Null senken.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren? Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Also ich esse, was mir schmeckt, solange ich es mir leisten kann.
    Energie sparen, in diesem Zeitalter? Vergiss es!
    Der Energiebedarf steigt rapide an, du hast ja auch einen Computer, oder?

  • 11. Sven K. | 11.01.06 um 21:30

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?
    Filme mit Arnold Schwarzenegger wegen seiner reaktionär-opportunistischen Regierungsweise in Kalifornien. Austern, weil sie scheiße schmecken und weil das Risiko einer Lebensmittelvergiftung mir zu hoch ist.
    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?
    Seit BSE meide ich Markklößchen und alles mit Hirn.
    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?
    Bushs Borniertheit im Außerkraftsetzen des von seinem Vorgänger Clinton ratifizierten Kyoto-Protokolls, das eine nach-mir-die-Sintflut-Mentalität enthüllt, die mir im Innersten zuwider ist.
    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?
    Die Phänomene, die in den Medien durch den Begriff „Klimawandel“ simplifiziert werden.
    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?
    Im Prinzip letzteres. IKEA allerdings mutiert immer mehr vom Möbelhaus zum Kulissenhersteller: die Waren lassen sich nur in einer bestimmten Richtung aufstellen, will man nicht, dass sich offenbart, wo zum Zweck der Gewinnoptimierung an Furnier und sonstigen Materialien gespart wird. Entsprechend leiden Lebensdauer und Benutzungskomfort der Waren des schwedischen Einrichtungshauses.
    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.
    Konsumenten: Sich von der „Geiz ist geil“-Mentalität lösen und sich eingestehen, dass wichtige Konsumgüter, die für die Lebensqualität von entscheidender Bedeutung sind, nicht beim Discounter zu haben sind; zur Not einen (wohldosierten!) Kredit aufnehmen, um Qualität statt Quantität zu finanzieren. Politiker: pauschal zu sagen „Bürger, konsumiert mehr!“ ist zynisch. Ein Verbraucherministerium, das nicht nur mit der Wirtschaft um Auflagen schachert, sondern den Konsumenten hilft ein verantwortliches Konsumverhalten über ein paar Alibibroschüren hinaus zu entwickeln, würde sich mehr Respekt verschaffen und wäre effizienter.
    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.
    Ich frag mich immer vorher: „Wollte ich das schon bevor ich den Kühlschrank aufgemacht habe / das Kaufhaus betreten habe?“ und entscheide dann, was ich tue / kaufe / esse.

  • 12. mutant | 11.01.06 um 22:46

    wenn man genau darueber nachdenkt, ist vermutlich 75% dessen, was wir so konsumieren von schlechter qualitaet oder gleich ganz ohne nutzen.
    7 fragen dazu sind mir fast zuviel, bzw koennte sich daran ein endloser rant entspinnen.
    auto zb. ich habe in meinem leben noch kein auto gehabt. ich habe nicht mal einen fuehrerschein.
    die letzten jahre hatte ich aber weitgehende immer einen fahrer mit auto zur verfuegung (das klingt hochherrschaftlich, ist aber mein gatte). ich muss auf nichts verzichten, tue ich auch nicht, sogar bisweilen sinnlose fahrten wie in die stadt, obwohl man garnichts grosses kaufen will etc.
    und son grosses auto

    brauch man vielleicht auch nicht.
    zb.
    wegen autofahren kommt auf dem land wohnen zb nicht in frage. ist aber auch ok. da wuerde ich nur wohnen wollen, wenn man da zumindest teilweise landwirtet. und das ist mir dann wieder zu utopisch…
    oder unterhaltungselektronik. braucht man auch nicht alles.
    oder geschirrspueler. ohne den hinge hier aber der haussegen schief, ich wasche aus prinzip nicht ab.
    udn so weiter.
    man ist ja doch nur kind seiner zeit.

  • 13. cat | 11.01.06 um 23:30

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    eiernudeln. siehe oben. ;-)
    fertiggerichte, man weiß nicht, was drin steckt..außer natürlich mengen an geschmacksverstärkern.
    und natürlich auch vieles, was einem als unverzichtbar angepriesen wird, bei näherem hinsehen aber äußerst verzichtbar ist. was nicht heißt, daß ich ein asket wäre…

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    etliche. zunächst natürlich der teuro, d.h., daß viele für mich unverzichtbare produkte ( wie z.b. bücher, aber auch anderes) sich unverhältnismäßig verteuert haben. obwohl uns weisgemacht werden soll, daß dieses nicht der fall sei.
    auch das internet; in einer relativ „spärlichen“ gegend wohnend bekommt man das meiste, was für mich von interesse ist, nur übers internet. als beispiel mal wieder bücher: buchhandlungen sind hier rar, und wenn, sind sie mit touri-blabla-büchern gefüllt. oder dem „buch zu serie“ usw.
    die möglichkeit, sich über die bandbreite der veröffentlichungen auch zu speziellen themen zu informieren, ist ausschließlich übers internet (antiquariate, bücher aus dem ausland) gegeben.
    und dann noch informationen über produktionsbedingungen, hier und in aller welt, die mich dazu bewegen, gewisse produkte aus sozialen und umweltbedingten gründen nicht mehr zu kaufen.
    (und hiermit ein wort zu konsum generell: sicher bedeutet leben im prinzip, daß man konsumiert, in welcher art auch immer. der unterschied liegt für mich darin, mit welchem hintergrund man konsumiert: befriedigt man grundlegende bedürfnisse? oder ist der konsum aus wettbewerblichen (der nachbar hats aber auch) sowie statusgründen bedingt? für mich gehören übrigens bücher zu absoluten grundbedürfnissen….
    und: wenn ich schon konsumieren muß, um am leben zu bleiben sowie mich in gewisser hinsicht zu entfalten, inwiefern verhalte ich mich dabei so, daß möglichst wenigen geschadet wird? wenn man diese frage weiter bedenkt, konsequent weiterverfolgt, ergeben sich vernetzungen, die ich auch erst nur angedacht habe.)

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    ooch, da gibt es einiges….frauen in drittweltländern, die in harter arbeit klamotten nähen, die wir dann für ein paar euro bei kik oder viele euro in markenläden kaufen sollen. generell die verlagerung von arbeitsplätzen in „billiglohnländer“, wo menschen unter unsäglichen bedingungen arbeiten, um den profit der produzenten ins maßlose zu erhöhen – die dann erwarten, daß mit abgebauten arbeitsplätzen hier die kaufkraft dennoch bleibt. das ist eine situation, wo alle bis auf die konzerne nur verlieren.
    oder die schlagzeile letztens in der zeitung: „japan forscht die wale weg“.
    bush und der unnötige irakkrieg, der sowohl konsum – als auch umweltmäßig nur desaströs war – und an dem einige auserwählte konzerne sich wieder mal ne goldene nase verdient haben.
    die gentechnologie, deren folgen noch dermaßen unüberschaubar ist, aber uns als die lösung aller probleme verkauft wird…da fällt mir immer nur der zauberlehrling ein: „besen, besen, sei´s gewesen“.
    das kyotoprotokoll, der schlechteste witz, den ich kenne.
    usw usw.
    manchmal könnt ich nur heulen….und dennoch verliere ich die hoffnung nicht.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    mich beunruhigt, daß der mensch, oder generell lebewesen dermaßen untergeordnet werden. es geht um dinge, um profit, tourismus, wirtschaft. und um ideologien. und somit darum, daß die würde des lebens, und das recht auf sein keinen wert an sich mehr besitzen, sondern daß überall die sogenannte kosten-nutzen-rechnung aufgestellt wird. das leistungsprinzip höhlt das aus, was leben tatsächlich bedeutet. insofern wird umwelt- und verbraucherschutz auch nur noch nach dem minimalprinzip betrieben, nicht der schutz ist hauptsache, sondern das vermeiden von zuviel aufregung in der bevölkerung.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    ja, hab ich. der staubsauger meiner mutter hielt 25 jahre. ihre waschmaschine 20 jahre. heut ist sowas utopie, geschweige denn, daß man dinge selber reparieren könnte. meist muß das gesamte kaputte teil weggeworfen werden.
    teilweise sind produkte vielleicht verbessert und funktioneller. aber bestimmt nicht langlebiger – das ärgert mich immer wieder. ich bin in der hinsicht ein langsamer mensch, ich brauche gewöhnung an produkte, und möchte nicht, daß sie kurz danach den geist aufgeben.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    nun ja. ideen habe ich, nur gäbe das eine gelinde revolution.
    aber: utopien sind machbar…hoffe ich.
    vielleicht ist das schlüsselwort: respekt. vor leben, ressourcen, ansichten.
    das bedeutet z.b. für mich qualität.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    denken! als erstes immer das gehirn einschalten vor dem konsumieren.
    ich glaube nicht an askese, oder an den großen verzicht.
    ich bin aber überzeugt, daß weniger manchmal mehr ist. ich brauche keine erdbeeren im winter und keine spargel im herbst.
    ich mag nicht dauernd verfügbar sein, und somit müssen auch nahrung/dinge für mich nicht dauernd verfügbar sein. das nimmt ihnen das besondere, ihre einzigartigkeit.
    umwelt-bewußtes verhalten besteht als erstes darin, sich seiner umwelt _bewußt_ zu sein. und damit eigene und andere bedürfnisse in relation zu stellen und zu achten.
    ich weiß, das ist eine binsenweisheit, aber damit fängt alles an.

  • 14. Iris | 11.01.06 um 23:57

    Hi mutant,
    wieso wohnst Du denn lieber in der Stadt?
    Ich persönlich finde Großstädte deprimierend. Zu viele Menschen in anonymen Massen, zu viel Dreck, Lärm, Beton, kein Horizont, keine Wälder und Wiesen (höchstens Parks, aber das ist nicht das selbe), kein Kontakt mehr zu den sogenannten Nutztieren. Das alles stumpft ab. Es entfremdet uns Menschen imo innerlich der Natur, von der wir Teil sind und von der wir abhängen. Und die riesigen, trostlosen Wohnsilos in den ärmeren Stadtvierteln wirken auf mich ehrlich gesagt wie ein Pendant zur Massentierhaltung. Es ist für mich jedes mal eine traurige Vision, wenn ich mir vorstelle, wie viele Kinder unserer Zeit da aufwachsen und das als ihre Welt wahrnehmen…

  • 15. mutant | 12.01.06 um 04:15

    ich habe immer in der stadt gewohnt. landleben waere fuer mich erstmal unnatuerlich.
    auf „pseudoland“, also kleinstadt und einfamilienhaus, steh ich auch nicht, wie oben gesagt, wenn dann wuerde ich gern tiere halten etc, das braucht platz.
    kommt aktuell nicht in frage. ausserdem hat stadtleben viele vorteile, ich komme ueberall mit dem rad hin, habe alle einkaufs- und unterhaltungsmoeglichkeiten in der naehe. das ermoeglicht mir, auf andere sachen, wie zb auto zu verzichten.
    und hier gibt es immer jobs zu tun.
    man kann der natur nahe sein, auch wenn man in der stadt wohnt, der naechste bauernhof ist 15min mit dem fahrrad und im wohnblock habe ich noch nie gewohnt.
    menschenmassen machen mir keine angst, warum auch, deutschland ist ein dichtbesiedeltes gebiet, hier den harmonischen einklang mit der „natur“(wenn ueberhaupt, haben wir hier kulturlandschaft, durch den jahrtausendelangen eingriff des menschen gepraegt) zu suchen, finde ich albern.
    da faellt mir ein, heute stand im zeit-blog von klink und co ein rezept fuer dachsbraten.
    ich ziehe schweinebraten vor. und die stadt.
    wenn ich schon keinen hof mit mangalitzaschweinen haben kann.

  • 16. mutant | 12.01.06 um 04:26

    nachsatz:
    diese gross-stadt-herabwuerdigung geht mir uebrigens ziemlich auf den senkel.
    wenn alle menschen in freistehenden haeusern „auf dem land“ wohnen wuerden, gaebe es kein land mehr. in deutschland zumindest.
    wir staedter ermoeglichen also dem landbewohner seinen flaechenverbrauch.
    wir reihenhaeusler etwas weniger als die mehrfamilienhausbewohner, aber doch immerhin mehr als die menschen im freistehenden einfamilienhaus.
    die landflucht, bzw aufgabe der baeuerlichen landwirtschaften hat in vielen bereichen platz gemacht fuer die suburbanisierung.
    das muss man alles nicht gut finden, aber bitte, wir sind nicht im mittelalter.
    immer mehr menschen leben in staedten und immer mehr doerfer werden zu suburbs. und bevor ich in suburbia wohnen wuerde, ziehe ich liebend gerne in den 13. stock.
    im uebrigen halte ich die maer vom stadtkind, das keine kuh kennt, fuer ebendas.
    ich habe schon immer kuehe gekannt, sogar persoenlich, die wohnten bei uns um die ecke und mit onkel heini durfte man die milch rumkutschieren, mitten in der stadt.
    und jetzt du.

    (nochwas: die schleuderei-geschichte aus den 80ern scheint ja hier noch weite kreise zu ziehen. esst ihr auch ausser nudeln keine produkte, die mit industrie-ei gemacht werden? zb kekse. etc?)

  • 17. Iris | 12.01.06 um 05:25

    „diese gross-stadt-herabwuerdigung geht mir uebrigens ziemlich auf den senkel.“

    Das war eine Beschreibung, wie ich als gebürtiges Landei ein kurzes Wohnen mitten in der Großstadt erlebt und empfunden habe (ohne Bauernhof um die Ecke ;o). Und ich fand das halt schon nach kurzer Zeit sehr bedrückend.
    Davon abgesehen nehme ich an, dass einer, der die Großstadtumgebung nicht gewöhnt ist, das anders wahrnimmt, als jemand, der schon länger da lebt.

    Für mich ist das Leben in ländlicher Umgebung jedenfalls ganz klar ein Plus an Lebensqualität, obwohl ich keinen Bauernhof bewirtschafte. Allein dafür, dass ich hier überall den Himmel sehen kann, ohne nach oben gucken zu müssen und im Sommer direkt vorm Haus barfuß übern Rasen laufen kann, mag ich das Leben hier. Und für die Ruhe! Damit mein‘ ich nich‘ nur die Lautstärke sondern auch das Tempo.
    Auch unsere Katzen fühlen sich hier sehr wohl, weil die hier durchs Gebüsch streunen können (was in der Stadt unmöglich gewesen wär‘).

    Daher bedanke ich mich hier jezz mal in aller Form bei allen Städtern, die uns hier so viel Platz lassen ;o).

  • 18. Onno | 12.01.06 um 07:08

    nochwas: die schleuderei-geschichte aus den 80ern scheint ja hier noch weite kreise zu ziehen. esst ihr auch ausser nudeln keine produkte, die mit industrie-ei gemacht werden? zb kekse. etc?

    Nö.

    Land oder Stadt? Hat beides was, letztlich entscheiden die persönlichen Umstände. Der Landverbrauch (wir liegen bei ca. 130 Hektar pro Tag) ist pro Wohneinheit auf dem Land naturgemäß größer. Problematischer erscheint mir der starke Trend zum Singlehaushalt zu sein, der Durschnitt liegt bei irgendwas um die 2,2 Personen, wobei 36% von einer und 16% von 4 und mehr Personen bewohnt werden.

  • 19. mutant | 12.01.06 um 12:35

    „der trend zum singlehaushalt“, muss man sich auch erstmal leisten koennen…. andererseits, dank hartz IV haben sich ja viele wg’s aufgeloest, paare sich zumindest raeumlich getrennt etc…

  • 20. Oli | 12.01.06 um 13:21

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    1a) Fertiggerichte, weil ich eben nicht weiß was drin ist,

    1b) die Gentech belasteten Produkte von „Müller Milch“ und ähnlichen Konzernen,

    1c) nicht recyceltes Klopapier, da ich als unwichtiger Mensch kein Recht dazu habe, die Abholzung der letzten temperaten Regenwälder der nördlichen Hemisphäre, die Zerstörung von Ökosystemen und Vernichtung ganzer Arten dadurch zu Unterstützen, in dem ich mir möglichst weich, weiß und billig den Arsch abwischen will.

    1d) Wildbret – da ich das Leiden der Kreatur in der industriellen Massentierhaltung verabscheuungswürdig finde. Da ich die Lust und den Spaß am Töten von Tieren nicht nachvollziehen kann.

    1e) Landwirtschaftliche Erzeugnisse ohne Bio-Siegel.

    1f) Kaffee, Bananen, etc… ohne TransFair UND Bio-Siegel

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Unzählige – zuviel, um sie hier aufzuzählen. Jeden Tag kommen mehr dazu…

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    Empört:
    Die verlogene Kampagne des Bayer Konzerns zum Thema Trinkwasser, Monasanto und andere Gen-Piraten, die offensichtliche Unterstützung unserer neuen Regierung eben dieser Gen-Piraten, das Abschlachten der Robben, die Jagd auf Eisbären, die Japaner und ihren ‚wissenschaftlichen Walfang‘, das Töten der Wölfe in Norwegen, der ClearCut der Regenwälder (insbesondere Kanadas), Bush’s Position zum Klimaschutz, die Absicht der Amerikaner in Alaska völlig irrsinnig Ölsand abzubauen und damit ein (enorm wichtiges!) Naturschutzgebiet völlig zu zerstören, der beginnende Flächenbrand ‚Krieg‘ um Öl – es wird noch schlimmer! Lanleinenfischerei, Treibnetze und schwimmende Fischfabriken, und vieles, vieles mehr… Machen wir uns doch nichts vor: Tag für Tag wird es schlimmer, da wir schon soweit alle Ressourcen ausgebeutet haben, dass jetzt an’s ‚Eingemachte‘ gegangen werden muß. Die Dividende verlangt es – und wir sägen an dem Ast, auf dem wir alle sitzen…

    Positiv:
    Die Schweizer mit ihrem Nein zum Thema Gentech, ‚Starbucks‘ mit der selbsverflichtung nur noch TransFair Kaffee zu handeln.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Die Wahl der neuen Bundesregierung. Bush.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Besser wird es wohl kaum, aber mir fällt spontan nichts ein. Liegt wohl auch an meiner Selbsteinschränkung bei Konsumgütern…

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Lernt endlich unsere Umwelt zu verstehen – oder versucht es zumindest. Hört auf Tiere als „Ressourcen“ zu betrachten – sondern aktzeptiert sie als Lebewesen. Macht endlich die Augen auf.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Der einzig wichtige Tipp für umweltbewusstes Konsumieren:

    Augen auf – Gehirn einschalten – Nachdenken – Tragweite erkennen. Denn nur wer versteht, wird auch Sinnvoll handeln können…

  • 21. deep-resonance.&hellip | 12.01.06 um 13:42

    7 Fragen zu Konsum und Umwelt…

    Sieben Fragen, die das Konsumverhalten und etwaige Veränderung hinterfragen.
    1. Also wenn ich jetzt wieder die Sache mit Levis und der Anti Form erwähne……

  • 22. dee | 13.01.06 um 14:04

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?
    Möglichst kein Fleisch aus den Kühltheken der Discounter. Die Skandale haben mir den Appetit verdorben.
    Keine Nestlé-Sachen – ein Relikt der 80er, bei der Nestlé die Fütterung von Babies in der sog. 3. Welt mit Trockenmilch propagierte. Ist mittlerweile schwierig geworden, die sind einfach überall.
    Keine Nikes und ähnliche Lifestyle-Sporty-Produkte weil ich der Meinung bin, dass die Qualität den hohen Preis nicht rechtfertigt sondern einzig dazu dient, diese dämlichen Stores zu bewirtschaften.
    Möglichst keine Microsoft-Produkte – ich bin der Meinung, dass man – wenn man mich als Beta-Tester benutzt, MIR Geld dafür zahlen sollte und nicht ich denen.
    Kein Auto. Brauch ich nicht.
    Manche Nahrungsmittel, z.B. Milch, vertrage ich nicht (mehr).
    Kein Obst und Gemüse aus dem Lidl wegen der hohen Schadstoffbelastung.
    Keinen amerikanischen Wein, der gechippt ist. Ich mag den einfach nicht.
    Sushi. Wird überbewertet. Eiernudeln. Hey – ich bin halbe Italienerin. Pilze.
    Zeitungen. Ich hab ja Internetz.
    Pelze zum Anziehen.
    Ach ja – und ich gehe prinzipiell nicht zu Konzerten von Bands, die Charthits wegen Charthits produzieren.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?
    Aber holla. Ich habe ca. 10 Jahre als Vegetarier gelebt wegen BSE. Auf Nahrungsmittelskandale reagiere ich prinzipiell empfindlich und meist nachhaltig. Das Virenschleuder-OS bin ich auch endlich los. Dann gehe ich nicht mehr so viel in Cafés, weil viele seit der Euro-Einführung das Rechnen verlernt haben. 2,50 für einen Cappu finde ich unverfroren. Fair-Trade-Tea. Keine FCKW-Produkte wegen des Ozon-Lochs.

    Mittlerweile habe ich ein Handy. Einen Computer. Internet. Ne schnelle Leitung. Einen iPod. Zwei Palms. Haushaltstechnisch bin ich aufgerüstet – das hat aber eher mit Alter, Wohlstand und solchen Dingen zu tun als mit relevanten Ereignissen des Weltgeschehens.

    In den letzten Jahren bin ich nicht mehr so radikal. Ich esse wieder Fleisch und verkonsumiere relativ viel Strom für einen Einzelhaushalt und blase mit meinem Motorrad ein bisschen Dreck in die Umwelt.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?
    Der Atom-Gau in Tschernobyl. Das Ozon-Loch. Die ganze Fleisch-Mafia. Microsofts OS-Politik. Die Praktiken dieser Firmen, die einem Träume statt einfach nur Turnschuhe verkaufen. Tests mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln an Mäusen über die übliche Testzeit hinaus (und deren erschreckendes Ergebnis). Unnütze Tierversuche, weil die jeweiligen Anstalten anscheinend zu blöde oder habgierig sind, ihre bereits gewonnenen Daten zur Verfügung zu stellen. Die USA, die ihren Dreck in die Umwelt blasen und sich zu keinerlei Maßnahmen verpflichten, die Umwelt zu schützen. Umgekippte Seen. Kriege um Öl.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?
    Alternative Energiequellen werden nicht schnell genug erschlossen und nicht adäquat gefördert. Dass es immer noch kein wirkliches 3-Liter-Auto in Serie gibt. Das Ozon-Loch finde ich äußerst bedenklich. Das Abtauen der Polkappen. Die mangelnde Bereitschaft, die Umwelt in gutem Zustand an seine Nachkommenschaft zu übergeben.
    Geiz-ist-Geil-Mentalität und die Raffgier, alles haben haben zu wollen. Die medizinische Versorgung.
    Was ich ganz gut finde ist, dass in Discountern auch bezahlbare Bio-Ware angeboten wird und gute Ernährung nicht mehr ausschließlich von der Dicke der Brieftasche abhängt.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?
    Hm – kommt drauf an. Ich habe mir z.B. einen Markenkühlschrank zugelegt, der nach drei Jahren den Geist aufgegeben hat. Das hat mich geärgert – genauso wie mein erster iPod, der nach einem Monat einfach gestorben ist. Die oben beschriebenen Turnschuhe und das ganze Sportzeugs halten genauso lang wie No-Names, da sehe ich keine Qualitätsverbesserung. Mein Verstärker ist ne Wucht und zwanzig Jahre alt und der Fernseher (selbe Marke) scheint wohl ein ähnliches Alter anstreben zu wollen. Beides war nicht superteuer aber „Marke“.

    Nichts mit Marken, aber:
    Ich glaube, es hat sich auch einiges gebessert. Die Qualität des Wassers ist in unseren Breitengraden besser geworden. Es gibt Filter für Kraftwerke. Wer schon ein paar Jahre in Berlin wohnt, wird bemerkt haben, dass es im Winter nicht mehr stinkt, weil es nicht mehr so viele Kacheöfen gibt, die ungefiltert die olle Braunkohle-Emission abgeben. Es gibt zumindest Katalysatoren und den ein oder anderen Rußfilter. Es gibt Wassersparfunktionen am Klo und Brauchwasser-Anlagen. Niedrigenergie-Häuser.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.
    Alternative Energiequellen erschließen, auf Umwelttechnik setzen. Den Kram und Knowledge exportieren dorthin, wo es nötig ist.
    Eine großangelegte Werbekampagne, dass nicht Geiz sondern Verzicht geil sein kann. Geiz ist nie geil, „danke, nein!“ schon eher. Gute, bewusste Lebensweise belohnen – z.B. 20kg Biomöhren im Jahr verzehren mit steuerlichen Vorteilen bedenken. Scherzchen. Aber einen unterdurchschnittlichen Energieverbrauch steuerlich geltend machen dürfen fände ich gut oder einen Minimal-MwSt.-Satz auf Bioprodukte. So, dass die Leute, die sich um Umwelt und Konsum kümmern, auch mal wahrgenommen werden.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.
    Sex statt Schokolade oder Porno-DVDs.
    Keine Erdbeeren aus Südafrika im Dezember. Regional und auf Wochenmärkten einkaufen. Fleisch nur vom Öko-Schlachter – und ansonsten mal drauf verzichten. Keine Geräte auf Standby. Das WLAN nachts abschalten ;)
    Nicht so viel Essen gehen und lieber mal kochen. Aber das hat Marcus ja schon gesagt. Darüber nachdenken, ob es immer der neueste, schnellste und schärfste Rechner sein muss oder ob nicht das Vorgängermodell genauso seinen Dienst leistet. Fertigpizza maximal einmal die Woche und immer nur mit Salat. Mal einen Spielabend veranstalten statt noch mehr Spiele für die Playstation kaufen. Nicht dreimal im Jahr nach Übersee fliegen. Nicht allein mit dem Auto fahren. Das Zeitungsabo abbestellen. Müll trennen.

  • 23. Ralph | 13.01.06 um 14:39

    Cynx Cynical World: Sieben mal Konsum und Umwelt

  • 24. mutant | 13.01.06 um 16:50

    wlan nachts abschalten finde ich ne gute idee.
    den ganzen uptime-geeks tut das sicher auch gut, wenn die ihre geraete mal ausschalten…

    uebrigens:
    geld sparen durch weniger ausgehen(bzw restaurant vs selberkochen) ist einerseits volkswirtschaftlicher bloedsinn und dann darf man nicht in gleichen atemzug die fertigpizza erwaehnen, auch nicht eine pro woche.
    ich mache gerne zuhause echte pizza, aber energietechnisch ist das vermutlich unsinn, weil ich den ofen richtig „anfeuere“.
    da komme ich letztlich billiger weg, wenn ich bei franco 7eu auf den tisch lege, plus ich muss nix machen, plus die jungs und maedels haben arbeit.

  • 25. Mike | 13.01.06 um 17:00

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    Meiden im Sinne „aus ideologischen Gruenden ganz vermeiden“ gibt es nicht viele. Ich versuche mir kein Genfood unterschieben zu lassen, aber das wars auch schon.

    Meiden im Sinne „nur selten“: Wurst, McDonnalds und Co,, Obst das eine halbe Weltreise gemacht hat. Bem Essen bevorzuge ich klar Qualitaet (auch wenn ich normalerweise nicht im Bioladen einkaufe)

    Auch sonst bevorzuge ich Qualitaet vor Preis. Billig ist was anderes als preiswert.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Kaum. Eventuell die ganzen Fleischskandale.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Genfood, Patente auf Lebensmittel, „Kopierschutz“ in jedem digitalen Geraet

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    „Früher war alles besser“ :-)

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Konsumenten: „nachdenken“, Politiker: Wahlmoeglichkeiten erhalten, Information verbessern.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

  • 26. Marcus | 13.01.06 um 17:20

    mutant: Es ging um Konsum bzw. umweltbewusstes Konsumieren. Das hat zumindest für mich weniger mit »Geld sparen« zu tun (auch wenn ich dabei definitiv weniger Geld ausgebe als im Restaurant). Das Selbstkochen mit Freunden und für Freunde bezog ich z.B. auf Spaß, Genuss und auch zu wissen, was man da isst: bewusst konsumieren, auch bewusst zubereiten, kochen, darüber reden.

    Die Fertigpizza habe ich im Kontext »Wenn es denn unbedingt Fertigpizza sein muss, dann maximal einmal die Woche…« verstanden.

  • 27. alp | 13.01.06 um 17:29

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    a) Chemiebaukastenerzeugnisse,
    b) bestimmte Fleischprodukte (weil: siehe Lebensmittelskandale),
    c) Produkte von Firmen, die zu gerne abmahnen oder durch Privatssphärenbruch aufgefallen sind,
    d) Musik-CDs.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Nichts besonderes außer allgemeines altern. Und die Wikipedia hat dafür gesorgt, dass ich immer öfter die Zusammensetzung meiner Fressalien in Erfahrung gebracht habe.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    Gar nichts. Bin abgestumpft.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Massenhaltung, Massenanbau, Massenalles … Gewinnmaximierung bedeutet im Ernährungssektor meist Lebensstandardminderung beim Konsumenten. Und ist Tierqäulerei. Gibt uns Menschen ein ganz übles Karma.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Nein. Denn isch abe garr keine ‚Markenbewusstsein‘. Aber die 486’er PCs haben im Schnitt länger gehalten als die aktuellen, soviel kann ich bestätigen.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Ich denke, Ideen dazu hat jeder. Wir bräuchten zur Abwechslung mal Ideen, wie wir Verantwortliche und Politiker von ihren Sachzwängen befreien (helfen) können, so dass die Anzahl der korrupten Entscheidungen verringert werden kann.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    a) Support vermehrt über Fernwartungssoftware leisten; spart Autowege und lange Telefonate.
    b) (frische) Essensreste vom Hund vertilgen lassen, statt wegschmeissen.
    c) Ausdruckbefehle vom Schockwellenreiter verweigern.

  • 28. dee | 13.01.06 um 19:26

    @mutant – neinnein – ich meinte nicht „Essen gehen“ sparen um Geld zu sparen sondern um – langsamer zu machen. Kochen (für Freunde) ist m.E. eine bewusste, nette Tätigkeit, die sich wunderbar mit Sozialfreuden verbinden lässt und die ich intimer und persönlicher finde als sich unterwegs was einzupfeifen. Eher als Meditationsnummer gegen „schnell“, „mehr“, „fester“.
    Die Sache mit der Fertigpizza sollte andeuten, dass ich nicht die ideologische Öke bin. ;)

  • 29. Oli | 13.01.06 um 19:44

    @dee

    Warum? Es gibt doch auch lecker Fertigpizza – rein Bio. Mir wird auch immer Vorgewurfen, dass ich doch ein ‚Öko‘ sei, nur weil ich mich nach Möglichkeit rein Bio-/Ökologisch ernähre.

    Aber mir gehen halt die Landwirte hinter unserem Haus auf den Sack, die ständig irgendwie mit ihrer Giftspritze über ihre Felder ballern, dabei Insekten töten, damit die Vögel, damit die… Und so weiter und so fort. Von dem kleinsten Käfer bis hin zur Pflanze, die auf Insekten und/oder Vögel angewiesen ist.

    Schlimmer noch: Wir schaufeln das Zeug fleißig in uns rein! Bio ist gesünder weil weniger Schadstoffe? Scheiß egal – hauptsache billig! Bio ist Menschenfreundlicher, weil reelle Preise? Scheiß egal, hauptsache billig! Bio schmeckt in den meisten Fällen einfach besser? Scheiß egal, hauptsache Billig! Geiz ist Geil! Ach ja – und macht blind. Die Pestizide und Insektizide gelangen ins Grundwasser, welches aufwändig gereinigt werden muß. Okay – die Kosten werden zwar umgelagert – aber wie ‚günstig‘ sind denn dann die billigen Sachen? Was ist mit unserem Gesundheitssystem, welches durch Pestizid, Insektizid, Gentech vergiftete Nahrung immens belastet wird? Wo ist denn jetzt der geile Geiz? Oder hat sich der geizgeile Verbraucher am Ende selber ganz, ganz tief in’s Bein geschnitten? Hat die koventionelle, extensive Landwirtschaft nicht UNMENGEN von Arbeitsplätzen vernichtet – welche wir durch Sozialabgaben finanzieren? Geiz ist Geil….

    Ich finde einfach nur, dass es für den, der andere als ‚Öko‘ bezeichnet – und das meistens auch noch abwertend meint, ein wirkliches Armutszeugnis ist – im Gegensatz zu demjenigen, der mal über den Tellerrand hinaus schaut und sein Recht als freier Bürger wahr nimmt. Die eigene Entscheidung, was man essen möchte. Den Fraß, den alle bedenkenlos in sich reinschaufeln – oder das alternative, quasi „ideologische“ Essen, über das man sich seine eigenen Gedanken gemacht hat – über das Essen, seine Produktion und seinen Wert. Und nicht nur den stupiden Preis…

    Viele Grüße,

    Oli (der gerne Öko is(st)! ) ;)

  • 30. mutant | 16.01.06 um 20:01

    oeko als schimpfwort, tja.
    sagen wir mal so:
    wem es nur ums oeken geht, dabei aber der geschmack auf der strecke bleibt, das sind fuer mich wollsockige oekos. da geht es nicht um besseres essen, sondern ums besserwissen.
    wo gesunde produktion und guter geschmack aufeinandertreffen, da seh ich mich. aber geschmack/genuss steht fuer mich an erster stelle.
    dh zb lieber konventioneller wein, der gut schmeckt, als oeko-wein, der scheisse schmeckt (oder auch nur uninteressant).
    und von letzteren gibt es leider jede menge und die werden auch froehlich gekauft.
    bio-tuetensuppe zb brauche ich auch nicht. oder bio-tk-pizza.

  • 31. Ralph | 16.01.06 um 20:17

    Wir haben einmal Öko-Würstchen aus dem Glas gegessen (die Sorte weiss ich schon gar nicht mehr). Die haben so dermassen nach Nichts geschmeckt, dass es fast ekelig war.
    Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass Öko gleich Öko ist und Gewissensberuhing ist nicht mein Fall. Wer mal bei Öko-Test stöbert, sieht, dass die Inflation des Bio– einen Tribut fordert: Was gut und was schlecht ist (auch kein Geschmack gehört dazu) , ist so einfach nicht zu unterscheiden. Beispiel Olivenöl. Ich verlasse mich da einfach auf Geruch und Geschmack, ein bisschen darf man ja auf den Körper vertrauen. ;)

  • 32. Roland | 16.01.06 um 20:34

    Hier meine Antworten. :-)

  • 33. Roland | 16.01.06 um 20:35

    Hmm, das hat nicht funktioniert. Also einfach auf den Namen klicken.

  • 34. Ralph | 16.01.06 um 20:38

    Super! Und der Link funktioniert jetzt. :)

  • 35. Oli | 17.01.06 um 09:46

    @mutant

    Es geht ja auch nicht daraum, dass man jedes Produkt kauft, egal wie es schmeckt, hauptsache „Bio“ – sondern auch da gibt es eine breite Palette von Anbietern unter denen man wählen kann. Das vieles, was Bio ist nicht schmecken soll ist doch wohl eher ein Haarsträubendes gerücht – oder ein Fadenscheiniges Argument von Leuten, die sich gegen Bio wehren wollen. Warum auch immer.

    Ein großer Markenhersteller von TK Pizza („We love Deutschland“) hat auch Bio TK Pizza im Sortiment, welche ich persönlich mal ganz gerne Esse. Und das jeder Bio-Wein mal eben pauschal Scheiße schmeckt, weil es ein Bio-Wein ist… Na ja, was soll ich sagen?

    Ein Bekannter von mir, seines Zeichens Chefkoch in einem nicht gerade günstigem Restaurant, verarbeitet in seiner Küche überwiegend Bio-Produkte, für sich daheim ausschließlich. Wenn die Produkte aus den Tüten ‚intensiver‘ schmecken – dann frage Dich doch mal warum. Und beschäftige Dich nebenbei mal mit Geschmacksverstärkern und deren Wirkweise. Abgesehen davon gibt es kaum Bio-Tütensuppe, abgesehen von Zwiebelsuppe o.ä. Der Grund dürfte klar sein: In jedem Produkt von Knorr & Co sind derartig viele Zusatzstoffe, die bei Biologischen Produkten überhaupt nicht gehen – bzw. verboten sind. Lässt man nun diese Zusatzstoffe aus diesen Produkten weg – was meinst Du wohl, wie die ‚leckere‘ Suppe dann schmeckt?

    Und mal abgesehen davon: Ich lebe, wie ich leben möchte – und ich esse, was ich essen möchte. Nur: Ich weiß ganz gerne WAS ich esse. Wer darauf keinen Wert legt, so what? Es würde ja schon reichen, wenn die Mehrzahl der Konsumenten Bio Butter, Eier, Mehl, etc… verwenden würde. Aber wahrscheinlich schmecken selbst die petizidbelasteten Paprika & Kaffeebohnen, wässrigen Tomaten, Eier aus Legebatterien und hormonbehandelten Schnitzel besser, als jedes Bio Produkt….

    Kurz: Wer kein Bio mag (warum auch immer, schließlich sprechen wir hier von natürlichen Lebensmitteln), der brauch auch kein Bio kaufen. Und sich aber auch nicht über Arbeitslosenzahlen, steigende Gesundheitskosten und Wasserpreise beschweren. Aber: Der baruch auch niemanden angreifen, der gerne biologische Lebensmittel kauft („Tja, wenn du zuviel Geld hast…“).

  • 36. Gabi | 17.01.06 um 21:54

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    Ja, z.B. Erdbeeren im Winter, Äpfel im Sommer. Außerdem weitgehend Produkte, die lange Transportwege haben, obwohl ein vergleichbares Produkt auch hier im Norden hergestellt wird.

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Ja, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Keine Eier von Käfighühnern. Nur noch umweltfreundliche Geschenkverpackung. Einige Umdenkprozesse bezüglich Hygiene im Haus und bei der Wäsche.
    Ganz allgemein hat sich meine Einstellung zum Konsum in anderen Bereichen – Wohnung, Kleidung geändert. Ich kaufe Dinge, die langlebig und zeitlos sind. Ich überlege vorm Kauf, ob ich einen Gegestand wirklich brauche, niemals spontan. „Shoppen“ hat keinen Reiz für mich.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

    Mich ärgert immer wieder der Verpackungswahn. Inkonsequenz selbst bei „Ökoanbietern“.
    Und mich ärgert die „Geiz ist geil“-Mentalität. Der Handel übt enormen Druck auf die Hersteller aus und machen damit viele Firmen kaputt. „Geiz ist geil“ läßt allgemein Niveau und Qualität sinken. Ach, ich könnte endlos zu dem Thema schreiben…

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Die zunehmende Verwirrung des Verbrauchers durch die Gesetze, beispielsweise bei der Lebensmitteldeklaration. Da werden die Vorschriften sehr häufig „gebeugt“, der Gesetzgeber schafft sogar die Voraussetzungen dafür.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Nein, im Gegenteil. Vieles ist schlechter geworden. Zuhause früher war „eine Anschaffung fürs Leben“ bei uns ein geflügeltes Wort. Heute ist es fast nicht mehr möglich, Anschaffungen fürs Leben zu tätigen. Möbel z.B. sind zu reinen Mode- und Wegwerfartikeln geworden – die Quailität hat sich dementsprechend nach unten entwickelt. Ich bin mit Möbeln groß geworden, die schon meine Großeltern hatten und einige von ihnen stehen jetzt in meinem Haus. Sie werden mich durch mein Leben begleiten und eines Tages wird meine Tochter sie bei sich aufstellen.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

    Mehr Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Lebens. Weg vom Wegwerfen.

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Selber kochen auf jeden Fall. Wer frische und unbehandelte Ware kauft wie Fleisch und Gemüse wird nicht übers Ohr gehauen mit Gammelfleisch und dergleichen. Auch wenn man nicht „öko“ kauft, denke ich, dass frisch gekochtes Essen immer noch besser ist als diese Fertiggerichte, die man in die Mikrowelle schiebt.

    Nicht so viel heizen, aber auch nicht zuwenig, sonst droht Schimmelgefahr in der Wohnung. Die Raumtemperatur muß jedoch nicht so hoch sein, dass man sich mitten im Winter im T-Shirt in der Wohnung aufhalten kann, ohne zu frieren.

    Ich lebe hier auf dem ganz platten Land in der Lüneburger Heide – guckt mal südwestlich von Hamburg, da wo so wenig Straßen sind auf der Landkarte. Wenn ich einkaufen will, kriege ich nicht alles, mal eben zum Chinesen um die Ecke ist nicht. Wenn mal ein Liter Milch fehlt, kann ich nicht ein paar Schritte zumnächsten Supermarkt gehen – der nächste Einkaufsladen (eine Nummer größer als Tante Emma) ist 7 km entfernt.
    Da bekommt der Begriff „Konsum“ eine andere Bedeutung. Und trotzdem denke ich, dass wir hier deutlich mehr Lebensqualität haben als anderswo. Die Uhren hier gehen einen Tick langsamer, Nachbarschaftshilfe ist nicht nur ein Wort. Und im Keller stehen ein paar Reihen eingekochts Gartengemüse ;-)

    Viele Grüße,
    Gabi

  • 37. Silvan | 18.01.06 um 22:09

    Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

    Ja, ich treffe relativ viele Kaufentscheidungen möglichst bewusst. Das heißt nicht, dass ich mich vor jedem Kauf informiere – aber wenn ich etwas sowieso weiß, fließt es auch in alltägliche Entscheidungen ein ;-)

    Einige Beispiele: Müllermilch (Gentechnik, Subventionshai, Steuerflüchtling), Nestle-Produkte (Industrienahrung, Babymilchskandale in Afrika usw.), MS Windows (Usability, Viren, Monopolverhalten, Lobbyismus für Softwarepatente), EnBW/YellowStrom (Atomstromerzeuger), billige Kleidung (Schadstoffe, Sklavenarbeit), Egal-Fleisch ohne Herkunft usw.

    Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

    Nicht im Sinne eines einschneidenden Erlebnisses. Aber fortschreitende Beschäftigung mit den Themen Essen, Konsum, Landwirtschaft, Naturschutz hinterläßt auch Spuren. Die Skandale als solche haben mich eigentlich nicht überrascht, da die meisten schon lange vorher absehbar waren.

    Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

    Generell empört mich die schleichende Enteignung des öffentlichen Raumes: Patente auf Leben, Patente auf Saatgut, Patente auf Logik und Software, Markenrechte auf Allgemeinbegriffe, private Patente auf Ergebnisse von öffentlich finanzierter Forschung usw.

    Erschreckend finde ich als Biologe die irreversible Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen gegen den offensichtlichen Willen der Bevölkerung.

    Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?

    Das kann man so generell nicht sagen. In der Tendenz wird vieles kurzlebiger – nicht nur unter dem Druck von Preis und Rationalisierung, sondern auch als Ausdruck gesellschaftlicher Normalität. Warum sollte ein Handy robust sein, wenn man davon ausgeht, es schon nach zwei Jahren durch ein neues zu ersetzen? Früher hat man mit Desugn zeitlosigkeit assoziiert, heute verwischen die Grenzen zwischen Trend und Design.

    Qualität ist auch heute machbar, in manchem besser denn je zuvor, und wer Qualität sucht, wird meistens auch fündig. Miele Waschmaschinen halten auch heute noch deutlich länger als Billigschrott aus Fernost. Mit Apple habe ich in puncto Langlebigkeit auch gute Erfahrungen gemacht, viele meiner Rechner sind auch 5 Jahre später noch bei Freunden, die andere Bedürfnisse haben als ich, im Einsatz. Im Kleidungsbereich sind Marken heute leider vielfach nur noch Label, aber nicht mehr Marken im Sinne von Unternehmen mit Herstellungsprinzipien. Die Hose für 80 Euro hält leider nicht mehr wie früher drei Mal so lange wie eine für 40 oder weniger.

    Zum Zusammenhang zwischen Preis und Qualität. Heute ist ein hoher Preis leider keine Garantie mehr für Qualität. Auch eine etablierte Marke nicht – vielmehr muß man in jedem Einzelfall schauen, wer heute hinter einer Marke steht. Das macht das Leben mühsamer als früher… Aber fast immer gilt wenigstens das Gegenteil: Das allerbilligste Produkt kann kaum das allerbeste sein, wie auch?

    Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern?

    Generell ist eine regionale, biologische und nachhaltige Landwirtschaft mit kurzen Wegen und lokalen Wirtschaftszyklen schon ein Königsweg für viele Themen. Arbeitsplätze werden gesichert, Produkte sind maximal frisch und müssen nicht über weite Wege transportiert werden, regionale Sorten werden erhalten, eine jahrhunderte alte Kulturlandschaft wird geschützt und die Identifikation zwischen Landwirten und Bevölkerung ist unmittelbar möglich. Man ist, was man isst – insofern hängt all dies direkt auch mit der Lebensqualität zusammen.

    Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.

    Preiwert, und gut fürs Gewissen und das Klima: Den Energieversorger wechseln. Die Stromrebellen aus Schönau z.B. waren die ersten, die in Deutschland das lokale Netz von ihrem Energieversorger zurückgekauft haben und Ökostrom-Pioniere. Durch eine schlanke und effiziente Verwaltung und ein minimales Werbebudget sind deren Preise sogar niedriger als die meines lokalen Atomstromversorgers!

    Preiswert, und gut für die Gesundheit: Weniger Fleisch, dafür richtig Gutes!

    Preiswert, für mehr Freude am Leben: Mehr frische Produkte auf dem Markt kaufen, statt fertig verarbeitete Produkte. Was im Supermarkt liegt, hat schon ein paar Tage auf dem Buckel – das Gemüse vom Bauern auf dem Markt ist dank direkter Vermarktung billiger, frischer und gesünder. In vielen Orten sind in den letzten Jahren neue Märkte wiederauferstanden – manchmal reichen ein paar Aktive, um den Stein ins Rollen zu bringen.

    Preiswert, für viele Menschen machbar: Verzicht auf ein Auto. Man merkt erst nach einem Jahr ohne Auto, wie viele tausend Euro mehr übrig sind, für einen schönen Urlaub, für weniger Arbeit und mehr Freizeit oder einfach für etwas schönes, was man sich sonst nicht hätte leisten können. Klar, in Städten ist autofreies Leben deutlich einfacher. In Berlin gibt es mehr autofreie als autobesitzende Haushalte! Trotzdem werden die Investitionen immer noch so verteilt, als ob bloss 5% der Bevölkerung öffentliche Verkehrsmittel benutzen würde und der Rest Auto fährt.

    Wer heute noch behauptet, dass ein gesundes und ökologisches Leben zu teuer und für viele nicht finanzierbar sei, ist zu faul zum Denken und schlichtweg nicht informiert.

  • 38. Christian | 21.01.06 um 00:13

    Manual Trackback: Meine Antworten…

  • 39. Towandas Turbulenzen &raq&hellip | 22.01.06 um 12:47

    […] Das konsumblog, auf das ich im Übrigen schon lange mal hingewiesen haben wollte, stellt 7 Fragen zum Thema Konsum und Umwelt. Interessante Antworten sind da bei, und auch die Fragen sind spannnend, weshalb ich sie auch gleich beantworte. […]

  • 40. Konsumblog.de » Umf&hellip | 22.01.06 um 16:02

    […] Damit die neusten Antworten der Umfrage 7 Fragen zu Konsum und Umwelt nicht ganz untergehen, möchte ich sie vorstellen: So zeigt Silvan an einigen Beispielen auf, was preiswert ist und die Umwelt schont, um zu den Schluß zu kommen: Wer heute noch behauptet, dass ein gesundes und ökologisches Leben zu teuer und für viele nicht finanzierbar sei, ist zu faul zum Denken und schlichtweg nicht informiert. […]

  • 41. Schnatterinchen | 26.01.06 um 17:03

    Auch mich haben die Fragen zum Nachdenken gebracht. Hier also mein Erguss zum Thema…

    1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?
    Musik-CDs, die keine CDs sind. Unnötig personalisierte und elektrisierte Dinge (Warum soll ich meinen Namen und Adresse angeben, wenn ich ein Programm zum Filme abspielen haben möchte?Wozu braucht ein Pfefferstreuer / eine Parmesanreibe Strom?). BILD, Welt und alles, was den Namen „Frau“ in sich trägt. Säfte mit Zucker, die solchen gar nicht nötig haben. Überhaupt Lebensmittel mit zu langen Zutatenlisten: In meinen Orangensaft gehört Orangensaft und sonst nix. Und was haben Farbstoffe in meinem Brötchen verloren?

    2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?
    Ja, absolut. Die meisten davon sind persönlicher Natur (irgendwann findet man zungenfärbende Lollies einfach nicht mehr spannend und auch bei der Auswahl an vertretbarem Futter fürs Gehirn (bücher, Musik, Zeitungen, Filme) wird man wählerischer. Ansonsten gibt es eindeutig „sympatischere“ und „unsympatischere“ Firmen, und das behalte ich dann auch lange als Muster im täglichen Konsum. Ich mag Spreequell einfach lieber als Coca-Cola, gehe ungerne zu Shell und werde auch immer lieber zum unbekannteren Produkt greifen als zu Nestlé. Die großen Fleischskandale haben mich in meinen Gewohnheiten jedoch nicht groß berührt.

    3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?
    Die Unfähigeit der Verbraucher, Druck zu machen, obwohl sich eigentlich alle einig sind, zum Beispiel in Hinblick auf genmanipulierte Lebensmittel. Kyoto. Bush & Kyoto.

    4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?
    Ich finde beunruhigend, was „die Masse“ so alles für fiese Produkte durch Kaufen gutheißt. Wir, die Konsumenten, haben es scheinbar nicht besser verdient, wenn wir es nicht schaffen, Produkte, die offensichtlich nichts taugen, floppen zu lassen.

    5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?
    Weder noch. Es gibt Firmen, deren Produkte einfach mehr darauf ausgelegt sind, lange zu halten. Das sieht man an den Garantiezeiträumen und an der Ersatzteilpolitik der entsprechenden Firmen. Schlimm finde ich ja die Aussage „Früher hat man sich eine Waschmaschine / einen Schrank… geholt, und die haben dann ewig gehalten“. Das gibt es auch heute noch. Wenn ich heute ein Monatsgehalt für meine Waschmaschine oder drei für meinen Schrank ausgebe, dann darf ich Qualität erwarten, die „ewig“ hält. Bloß durch das Vorhandensein von Neckermann-/Quelle-/Aldi-/Ikea-Alternativen kommen uns die Preise, die für echte Qualität zu zahlen sind, völlig irrwitzig vor und sind es zum Teil auch, weil diese Exklusivität nicht mehr durch das teure Material / die teure Dienstleistung sondern nur noch durch die Exklusivität, die geringen Verkaufsstückzahlen begründet ist. Auch hier haben sich „die Konsumenten“ als Masse ins eigene Fleisch geschnitten. Ganz naiv gesagt: Würde niemand mehr billige Waschmaschinen, so wären die teuren etwas günstiger.

    6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.
    Druck machen. Das heißt für die Politiker: Lobbyisten ignorieren, irrsinnige Subventionen streichen und für die Konsumenten: „Das richtige“ kaufen. Aber ich stehe in meiner Faulheit und Bequemlichkeit im Normalfall auch mit meinem nicht ganz korrekten Einkaufskorb da. Es gibt auch viele Rätsel, die endlich geklärt werden müssen: Wie kann Milch aus Bayern in Hamburg die billigste sein? Warum kosten Orangen/Tomaten/Paprika aus Spanien, Ananas, Bananen etc. aus der ganzen Welt hier nicht Unsummen? Wieso ist Lagerhaltung auf der Straße für die Händler billiger als in Lagerhäusern?

    7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.
    Gucken & Denken. Misstrauisch sein. Ein Brötchen, dass aus Pulver halb gebacken wird und dann beim Bäcker nur noch das „Finishing“ bekommt, kann nicht so gut sein wie eines, dass vor Ort aus Milch und Mehl gebacken wird. Ein Saft braucht keine ewig lange Zutatenliste. Natron statt Backpulver, Kakao statt Schokoladenmischgetränkzubereitung, Joghurt und Frucht statt Fruchtjoghurt. Die Kartoffeln, die der Bauern aus der Umgebung täglich auf den Markt karrt, sind bestimmt besser als die aus „irgendwo in Spanien“, die irgendwie in meinen Supermarkt gekommen sind. Milch sollte keine hunderte Kilometer auf ihrem Weg zu mir zurückgelegt haben, Fleisch erst recht nicht.
    Wenn Nachmittags herrenlose Wagen mit warmen Kühlwaren in den Gängen herumstehen, darf man auch ruhig mal den Laden zusammenmotzen.

  • 42. Konsumblog.de » Hoc&hellip | 30.01.06 um 04:20

    […] Einer der häufigsten Aussagen in der Umfrage 7 Fragen zu Konsum und Umwelt war, Produkte aus der Region zu bevorzugen. Aber das ist gar nicht so einfach. Letztens erst war ich in einem Bio-Laden in Marl, um Milch, Kartoffeln und einige andere Dinge zu kaufen. Schon vorher war mir aufgefallen, dass viele Öko-Lebensmittel von weit her ins Ruhrgebiet gekarrt werden und ich frage mich immer noch, ob es denn so wenig ökologische Landwirte in NRW gibt. […]

  • 43. Sven | 3.03.06 um 17:29

    Zum 3-Liter-Auto: Und was steht dann vor meiner Tür!? Mein Audi A2 1.2 TDI schnurrt hier selbst im eisigen Winter mit unter vier Litern durch die Gegend…!

  • 44. Konsumblog.de » 7 F&hellip | 4.04.08 um 22:24

    […] über 2 Jahren habe ich die folgenden Fragen in die Bloggerrunde geworfen und es gab eine recht rege Beteiligung. Nun hat sich in diesen 50 Monaten recht viel geändert. Es gibt viele neue Weblogs zum Thema […]

  • 45. Konsumblog.de » 7 F&hellip | 4.04.08 um 22:24

    […] über 2 Jahren habe ich die folgenden Fragen in die Bloggerrunde geworfen und es gab eine recht rege Beteiligung. Nun hat sich in diesen 50 Monaten recht viel geändert. Es gibt viele neue Weblogs zum Thema […]