Konsum, Alltag und Globalisierung
21. Mai 2007 von Ralph
Sie locken mit Schufa-freien Sofortkrediten, verkaufen den Opfern aber nur überteuerte Versicherungen, lasten ihnen illegale Auslagen und Provisionen auf und locken vor allem Hartz IV-Empfänger tiefer in die Schuldenfalle, ohne dass am Ende der Kredit gewährt würde. Hinter den Abzockern stehe laut taz-Artikel Die große Abzocke organisierte Kriminalität. Was der Artikel auch verrät: Die Behörden seien chronisch unterbesetzt, um den Kredithaien das Handwerk zu legen und die Gesetzeslage hinke hinterher, da Kreditvermittler nicht unter Aufsicht des Bundesamtes für Finanzdienstleistungen stünden. Über schmutzige Tricks illegaler Kreditvermittler berichtet heute auch die WISO-Sendung im ZDF ab 19.20 Uhr.
19. Mai 2007 von Ralph
Nicht gerade rosige Aussichten, die uns da norwegische Forscher unter die Nase reiben. Klimabombe im Permafrost:
Dieses dem Landwirtschaftsministerium in Oslo zugeordnete staatliche Forschungsinstitut hat jetzt errechnet, dass 200 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus Permafrostgebieten in der Arktis aufgrund der dort steigenden Temperaturen in den nächsten 100 Jahren in die Erdatmosphäre freigesetzt werden könnten. Grønlund: „Das entspricht fast der Gesamtmenge, die auf der Erde in den letzten 150 Jahren durch Verbrennung der fossilen Brennstoffe Kohle und Öl frei wurde.“
Hinzu kommt noch, dass das Polarmeer weniger CO2 aufnehme.
14. Mai 2007 von Ralph
Kai Mommsen über Frühstückseier und was sonst noch politisch ist, gefunden auf km 21.0.
10. Mai 2007 von Ralph
Heute früh in der taz unter Titel Genmais kommt unter Verdacht gelesen, dass Bundeskonsumminister Seehofer dem Monsanto-Konzern untersagt habe, den Genmais MON 810 weiter in Verkehr zu bringen. Sein ihm unterstelltes Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit kam zu der Erkenntins, dass „ein berechtigter Grund zu der Annahme“ bestehe, „dass der Anbau von MON 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt“. Dabei hatte Seehofer MON 810 erst Anfang 2006 zugelassen. Aber Monsanto ist mächtig. Im letzten Satz schreibt die taz trocken:
„Im Kanzleramt sei gestern die amerikanische Botschaft vorstellig geworden, um sich über den Bescheid zu beschweren.“
Der Spiegel machte heute Abend eine ganze Geschichte daraus: Wie Genmais-Gigant Monsanto Politik macht.
9. Mai 2007 von Ralph
Als ich hier letzten Monat Links und Argumente gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm vorstellte, hätte ich nicht gedacht, dass der Staat bereits im Vorfeld der Proteste die Bewegung unter Generalverdacht stellt. Wie aus heiterem Himmel hat heute nun die Bundesanwaltschaft bundesweit 40 Projekte, Wohnungen und Arbeitsplätze durch 900 Polizisten durchsuchen lassen. Die Razzien würden wegen des Verdachts der „Gründung einer terroristischen Vereinigung“ notwendig geworden sein. Betrachte man die „grobe Auswahl“ der betroffenen Projekte, so werde die Kriminalisierung der Gipfelgegner nur allzu deutlich, zitiert indymedia.org eine erste Stellungnahme betroffener Gruppen und bringt weitere Statements, Pressemitteilungen der betroffenen Gruppen und Artikel der Mainstream-Medien: Kriminalisierung der G8-Proteste. – Weitere aktuelle Links hier in den Kommentaren.
9. Mai 2007 von Ralph
GEO Natur mit einem Wissenstest für Naturfreunde und die, die es werden wollen: 15 Fragen zu populären Irrtümern über Pflanzen. Am Rande: Ich gehöre nicht gerade zu den Highscorern. ;-)
6. Mai 2007 von Ralph
Im Readers-Edition einem Blogform-Projekt, von der Netzeitung ins Leben gerufen, gibt es eine eigene Rubrik welche sich nur mit Themen zum Klimawandel beschäftigt.
5. Mai 2007 von Ralph
Der dritte Teil des Weltklimaberichts des UN-Klimarats IPCC beruhigt uns mit der Erkenntnis, dass die Klimaschutzkosten überschaubar blieben, wenn Politik und Bürger hier und heute konsequent handeln würden. Derweil nimmt die taz das zum Anlass, zusammenzufassen, wieviele Tonnen CO2 jeder Deutsche durch Veränderung seines Alltagsverhaltens einsparen könne von den 10,5 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß, die er jährlich mit steigender Tendenz verursache. Interessant sind zudem zwei Modelle, die klimafreundlicheres Verhalten von Otto-Normal-Klimasünder bewirken sollen. Was hinter der „Kohlenstoff-Zentralbank“ und der „Himmels-Treuhand“ stecken und welche Erfolgsaussichten diesen Modellen zugesprochen werden, darüber informiert der Artikel Die CO2-Dividende für den Verbraucher.
5. Mai 2007 von Ralph
Nach dem Lesen von 127 Stunden Tierquälerei im Laster dachte ich an die Currywürste und das Grillfleisch, an die Döner und Restaurantgerichte, die ich mir im Laufe meines Lebens gedankenlos einverleibt habe. Wenn dann diese Gedanken mit nachfolgender Ermahnung zur Besserung verflogen sind, werde ich hier und dort wieder Teilnehmer dieses Wahnsinns hemmungsloser Fleischvernichtung, schliesslich möchte man nicht in jedem Zusammenhang als Spielverderber dastehen, der zudem noch den verdienten Appetit verdirbt, weil er Gammelfleisch, BSE, Tierquälerei, Umweltverschmutzung, Subventionspolitik und Lohndumping thematisiert. Das Glück der Verdrängung gepaart mit kollektivem Hungergefühl läßt oftmals im Kopf ein großes Scheissegal entstehen und aus der Gedankenverschwendung wird Gedankenlosigkeit. Aber auch wenn ich ökozertifiziertes Schweinefleisch esse, denke ich nicht an die Anforderungen der artgemäßen Schweinehaltung, beim Kochen von Öko-Eiern denke ich nicht daran, dass die Hühner glücklicher waren und nicht in kleinen Käfigen totgequält wurden und der Genuß von gutem Rindfleisch wird nicht durch das Versprechen gesteigert, die Tiere würden ohne Gentech- und Tierabfallfutter gemästet. Und wenn der Kollege mir im richtigen Moment eine Grillwurst anbietet, rattert tatsächlich nicht im gleichen Augenblick das Halbwissen über den fatalen, industriellen Raubbau der Natur im Kopf ab, nein, wenn die Stimmung stimmt und die Sonne scheint, dann wird die Wurst vertilgt. Das Denken hört beim Essen auf und unsere Biologie verbietet, Essen und Kotzen zur Protestform zu erheben.
30. April 2007 von Ralph
In der Schweiz läuft er bereits in diversen Kinos, in Deutschland meines Wissens noch nicht: The Oil Crash von Basil Gelpke und Ray McCormack. Die Neue Züricher Zeitung spricht von einem beunruhigenden Dokumentarfilm: Auf Öl gebaut. Auf Cinema schreibt die Rezensentin:
„Am liebsten möchte man das Gesehene am Schluss als Panikmache abtun, aber die schiere Wucht der präsentierten Tatsachen belehrt einen eines besseren.“
30. April 2007 von Ralph
Die Diskussion über das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) reisst nicht ab und wird wohl durch die entwürdigenden Hartz-Gesetze in Fahrt gekommen sein. Aber auch die Veränderung der „Arbeit“ in der „globalisierten Gesellschaft“ macht Alternativen jenseits der Ideologie von der Vollbeschäftigung nötig und legt eine Entkoppelung von Arbeit und Grundsicherung nahe, will man nicht immer mehr Menschen ins soziale Abseits oder in eine working poor Existenz zwingen. Die taz hat in der heutigen Ausgabe ein Dossier (unten) mit einleuchtenden Argumenten für das Bedingungslose Grundeinkommen zusammengetragen und fragt in einem Artikel: Brauchen wir ein neues Sozialsystem?
30. April 2007 von Ralph
Ohne Zweifel werden genügend Verbrecher zu finden sein, die genmanipulierte Pflanzen in Tier- oder Menschenfutter mischen und illegal nach Europa verschiffen. Greenpeace berichtet aktuell über eine Ladung mit illegalem Gen-Mais im Hafen von Rotterdam. Ein Schiff aus den USA habe das genverseuchte Tierfutter transportiert, das zu 20 Prozent mit dem als „riskant“ eingestuften Gen-Mais „MON863“ konterminiert sei:
„Ein unabhängiges Labor stellte eine Verunreinigung von 2,4 Prozent mit dem Gen-Mais Herculex RW fest. Dieser ist in den USA zugelassen, aber nicht in der EU. Außerdem fand das Labor größere Mengen (20 Prozent) des Gen-Maises MON863. Dieser steht im Verdacht, gesundheitliche Schäden zu verursachen. Maisgluten wird als Tierfutter zum Beispiel für Milchkühe verwendet. Es ist unklar, ob die Ladung noch in Rotterdam lagert oder bereits auf den Markt gelangt ist.“
Siehe die Pressemitteilung Greenpeace findet illegalen Gen-Mais in US-Importware. Apropos Genmais, der wird für Landwirte auch im Hinblick auf den steigenden Bedarf an Bioernergie interessant, wie der Artikel Bioenergie fördert Gentechnik berichtet.
26. April 2007 von Ralph
Für alle Freunde des Ganja sollte der Artikel Was im Gras drin ist interessant sein. Er warnt vor gestrecktem Grass, um das Gewicht zu erhöhen. Eine perverse Kombination besteht als fein zermahlenem Glas oder Sand und Haarspray als Haftungsmittel. Der Deutsche Hanfverband hat dazu bereits im Januar diesen Jahres einen Protestmailer mit der Forderung Stoppt den Chemiecocktail – Eigenanbau legalisieren! eingerichtet. Weitere Informationen: Gestrecktes Gras – vom Naturprodukt zum Chemiecocktail
24. April 2007 von Ralph
Heute, den 24. April 2007, den Themenabend Hauptsache billig auf arte ab 20.40 Uhr nicht vergessen (auf der verlinkten Seite gibt es auch informative Artikel). Die drei Dokumentationen heißen:
24. April 2007 von Ralph
Wer hat die Schreckensmeldung über die Milliarden-Kosten des Klimawandels nicht schon einmal in Online-Gazetten von Spiegel-online bis Konsorten wahrgenommen. Der Geowissenschaftler und Journalist Bernward Janzing belehrt uns aber in dem Text Der gute Geiz eines besseren. Seine These: Echter Klimaschutz spart jede Menge Geld, wenn „Psychologie und Gewohnheit“ sowie Politik und Wirtschaftsinstitutionen echten Klimaschutz nicht unterlaufen würden. Ein Beispiel lautet Einsparcontracting: Firmen sanieren öffentliche Gebäude kostenfrei für den Träger, dafür profitieren die Sanierer von der Energieeinsparung. Man höre und staune: Mit Gewinn!
„Mit Geld von Anlegern wird Ähnliches betrieben – statt in Windkraft – oder Solarfonds investieren sie in die Energieeffizienz öffentlicher Bauten. Das erste Projekt, genannt „Eco-Watt“, fand schon vor Jahren in Freiburg statt, wo Bürger mit privatem Geld eine örtliche Schule sanierten. Das Gebäude spart seither mächtig Energie, und die Rendite stimmt außerdem.
In Deutschland ließen sich nach diesem Muster allein in öffentlichen Bauten 800 Millionen Liter Heizöläquivalent jährlich einsparen, schätzt das Dessauer Umweltbundesamt. Das wären pro Jahr 2 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger bei gleichzeitigem finanziellem Gewinn. Ob die McKinseys im Lande davon noch nie etwas gehört haben?“