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Konsum, Alltag und Globalisierung

Archiv: April 2006

Tschernobyl: Lehrstück Macht und Interessen

23.04.06 um 14:48 von Ralph

Wer zum kommenden 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 2006 viel mehr wissen will über das Unglück, als das Fernsehen in den Nachrichten bringt, ist mit dem taz-dossier Tschernobyl sehr gut bedient und wird am Ende der Lektüre begriffen haben, zu was Macht und Interessen in der Lage sind, wie Öffentlichkeit getäuscht und Opferzahlen geheimgehalten werden. Wir erfahren einiges über die Verharmlosungen des Gaus hierzulande, die sytematischen Lügen der UNO und WHO, über die Schicksale der „Liquidatoren“, die zu Hundertausenden als menschliche Roboter eingesetzt wurden und die der Kreml als Menschen mit „Radiophobie“ bezeichnet hat, die sich die Strahlenkrankheit nur einbildeten.

Hervorheben möchte ich auch einen Artikel, der die Mythen und Lügen der Atomlobby gegen den Strich bürstet. In Was halten Sie von Atomkraft steht zum beliebten Klimaargument folgendes:

Tatsächlich erzeugen Atomkraftwerke nur wenig Kohlendioxid. Um den Ausstoß des Klimakillers radikal zu stutzen, empfehlen Energiemanager und Politiker neue Atomkraftwerke. Eine Milchmädchenrechnung: Fundamentale CO2-Reduktionen lassen sich eher gegen als mit der Atomkraft umsetzen. Weil erstens jedes AKW mehrere Milliarden kostet. 2030 werde deshalb der Anteil des Atomstromes weltweit bei 9 Prozent liegen, so die Internationale Atomenergiebehörde, der regenerativ gewonnene aber bei etwa 30 Prozent. Zweitens wird die Menschheit das Klimaproblem nur durch den Zwang einer Neuorientierung in Griff bekommen: Weg von Großtechnologien, hin zu dezentralen Strukturen und vor allem zum Energiesparen. Wollte man drittens Mitte des Jahrhunderts 20 Prozent Kohlendioxid durch Atomkraft einsparen, müssten ab 2010 nach allen fundierten Berechnungen 200 Meiler binnen 10 Jahren ans Netz gehen – alle 18 Tage einer.

Wer in Berlin wohnt, für den könnte die Fotoausstellung „20 Jahre Tschernobyl“ im Willy-Brandt-Haus interessant sein. Weitere Info über Bücher, Veranstaltungen und Demos hat die taz gelistet.

. Trackbacken . Thema: Energie,Protest & Kampagne

Tschernobyl: Lehrstück Macht und Interessen

23.04.06 um 14:48 von Ralph

Wer zum kommenden 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 2006 viel mehr wissen will über das Unglück, als das Fernsehen in den Nachrichten bringt, ist mit dem taz-dossier Tschernobyl sehr gut bedient und wird am Ende der Lektüre begriffen haben, zu was Macht und Interessen in der Lage sind, wie Öffentlichkeit getäuscht und Opferzahlen geheimgehalten werden. Wir erfahren einiges über die Verharmlosungen des Gaus hierzulande, die sytematischen Lügen der UNO und WHO, über die Schicksale der „Liquidatoren“, die zu Hundertausenden als menschliche Roboter eingesetzt wurden und die der Kreml als Menschen mit „Radiophobie“ bezeichnet hat, die sich die Strahlenkrankheit nur einbildeten.

Hervorheben möchte ich auch einen Artikel, der die Mythen und Lügen der Atomlobby gegen den Strich bürstet. In Was halten Sie von Atomkraft steht zum beliebten Klimaargument folgendes:

Tatsächlich erzeugen Atomkraftwerke nur wenig Kohlendioxid. Um den Ausstoß des Klimakillers radikal zu stutzen, empfehlen Energiemanager und Politiker neue Atomkraftwerke. Eine Milchmädchenrechnung: Fundamentale CO2-Reduktionen lassen sich eher gegen als mit der Atomkraft umsetzen. Weil erstens jedes AKW mehrere Milliarden kostet. 2030 werde deshalb der Anteil des Atomstromes weltweit bei 9 Prozent liegen, so die Internationale Atomenergiebehörde, der regenerativ gewonnene aber bei etwa 30 Prozent. Zweitens wird die Menschheit das Klimaproblem nur durch den Zwang einer Neuorientierung in Griff bekommen: Weg von Großtechnologien, hin zu dezentralen Strukturen und vor allem zum Energiesparen. Wollte man drittens Mitte des Jahrhunderts 20 Prozent Kohlendioxid durch Atomkraft einsparen, müssten ab 2010 nach allen fundierten Berechnungen 200 Meiler binnen 10 Jahren ans Netz gehen – alle 18 Tage einer.

Wer in Berlin wohnt, für den könnte die Fotoausstellung „20 Jahre Tschernobyl“ im Willy-Brandt-Haus interessant sein. Weitere Info über Bücher, Veranstaltungen und Demos hat die taz gelistet.

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Kleine und große Zahlen um Tschernobyl

19.04.06 um 17:39 von Ralph

Um den 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe wird verstärkt um die Anzahl der Opfer gestritten. Der Kommentar Tschernobyl-Tote, wie es gerade gefällt von Manfred Kriener zeigt, dass andere Zahlen Bände sprechen als die 4000 Opfer, von denen der offizielle UN-Bericht aus dem Jahre 2005 ausgeht:

Allein in der Ukraine erhalten 17.000 Familien staatliche Unterstützung, weil der Vater als Liquidator gestorben ist. 107.000 ukrainische Liquidatoren bekommen Frühinvaliden-Rente. Über 350.000 Menschen wurden umgesiedelt, 400.000 leben in Regionen „strikter Kontrolle“. Um Tschernobyl zu begreifen, gibt es genug aussagekräftige Zahlen.

Der russische Journalist Grigori Pasko berichtet im Zusammenhang mit der Verharmlosung von Tschernobyl und dem Streit der Studien über die Erfahrung des Verschweigens.

. Trackbacken . Thema: Energie

Kleine und große Zahlen um Tschernobyl

19.04.06 um 17:39 von Ralph

Um den 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe wird verstärkt um die Anzahl der Opfer gestritten. Der Kommentar Tschernobyl-Tote, wie es gerade gefällt von Manfred Kriener zeigt, dass andere Zahlen Bände sprechen als die 4000 Opfer, von denen der offizielle UN-Bericht aus dem Jahre 2005 ausgeht:

Allein in der Ukraine erhalten 17.000 Familien staatliche Unterstützung, weil der Vater als Liquidator gestorben ist. 107.000 ukrainische Liquidatoren bekommen Frühinvaliden-Rente. Über 350.000 Menschen wurden umgesiedelt, 400.000 leben in Regionen „strikter Kontrolle“. Um Tschernobyl zu begreifen, gibt es genug aussagekräftige Zahlen.

Der russische Journalist Grigori Pasko berichtet im Zusammenhang mit der Verharmlosung von Tschernobyl und dem Streit der Studien über die Erfahrung des Verschweigens.

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Wie viele Erden konsumieren wir?

17.04.06 um 21:54 von Ralph

Die reichen Länder sind die Schuldner der Welt betitelt Florian Rötzer seinen Artikel bei Telepolis, über die Ergebnisse des UK Interdependence Report der New Economics Foundation (NEF).
Aus ihren Berechnungen, über das globale Verhältnis von Verbrauch und Ressourcen, geht z.B. hervor, dass Deutschland sich noch bis zum 29. Mai selbst versorgen kann, den Rest des Jahres verbrauchen wir andere Teile der Welt. Und da nicht nur wir solchen Raubbau an unserem Planeten betreiben, verbraucht die gesamte Menschheit heute bereits die Vorräte künftiger Generationen.

Die menschliche Ökonomie schießt ökologisch über: Die ökologischen Vorräte der Erde werden schneller ausgebeutet, als die Natur sie regenerieren kann. Das bedeutet, dass sie die künftige Versorgung durch die ökologischen Ressourcen untergräbt und mit dem Risiko eines Zusammenbruchs der Umwelt operiert.

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Giftanschlag im Badezimmer

13.04.06 um 16:48 von Ralph

Zum Thema dein Freund und Helfer, die Chemie-Reinigungsartikel meldet die Netzeitung: Mehr als hundert Vergiftete durch Bad-Spray. Als wir über den Fall berichteten waren es erst 44 vergiftete Menschen. Ab 100 Opfer titelt dann auch die etablierte Presse oder die, die es werden will.

. Trackbacken . Thema: Gesundheit,Verbraucherschutz

Unionsfraktion fordert „Bahn frei“ für Gentechnik

10.04.06 um 08:28 von Ralph

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katherina Reiche (CDU) [Eckart von Klaeden: „Ich bin ein echter Reiche-Fan“], Diplchemikerin, klingt sehr nach einer Pressesprecherin von Monsanto&Co wenn sie aufzeigt, wohin die Reise mit dieser Regierung gehen soll:

Reiche hält den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht für bedenklich. «Leider wird in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass Pflanzen völlig unkontrolliert freigesetzt würden, die Gefahren bergen», sagte sie. «Das ist de facto nicht der Fall.» Die Pflanzen müssten ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen und würden auf Gesundheits- und Umweltrisiken überprüft. Es gebe keine Studie, die nachgewiesen habe, dass sich die «grüne Gentechnik» nachteilig auf Menschen oder Tiere und die biologische Vielfalt auswirke.

Die Vize-Fraktionschefin forderte den Wegfall bürokratischer Hürden. «Derzeit besteht eine Mauer von Bürokratie, die praktisch unüberwindlich ist. Das müssen wir ändern.»

Dazu gibt es eine Erwiderung von Josef Bechter:

Zu Ihrer Aussage, Frau Reiche, die Pflanzen müssten ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen, würden auf Gesundheits- und Umweltrisiken geprüft, entspricht ebenfalls nicht der Wahrheit. Dass sie geprüft werden steht außer Frage. Aber wie? Eine angemessene Prü-fung würde laut Experten mindestens zweijährige Risikostudien erfordern, mit verschiedenen Methoden, an verschiedenen Tieren usw. Diese gibt es aber weit und breit, auf der ganzen Welt nirgends. Die von ihnen angesprochenen „strengen“ Zulassungsverfahren beruhen meistens auf dem „überprüfendem Durchlesen“ der Konzernstudien, die erwiesener Maßen in der Regel mangelhaft sind und in denen die Risiken verschwiegen oder nur am Rande er-wähnt wurden und werden.

. Trackbacken . Thema: Ernährung

Unionsfraktion fordert „Bahn frei“ für Gentechnik

10.04.06 um 08:28 von Ralph

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katherina Reiche (CDU) [Eckart von Klaeden: „Ich bin ein echter Reiche-Fan“], Diplchemikerin, klingt sehr nach einer Pressesprecherin von Monsanto&Co wenn sie aufzeigt, wohin die Reise mit dieser Regierung gehen soll:

Reiche hält den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht für bedenklich. «Leider wird in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass Pflanzen völlig unkontrolliert freigesetzt würden, die Gefahren bergen», sagte sie. «Das ist de facto nicht der Fall.» Die Pflanzen müssten ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen und würden auf Gesundheits- und Umweltrisiken überprüft. Es gebe keine Studie, die nachgewiesen habe, dass sich die «grüne Gentechnik» nachteilig auf Menschen oder Tiere und die biologische Vielfalt auswirke.

Die Vize-Fraktionschefin forderte den Wegfall bürokratischer Hürden. «Derzeit besteht eine Mauer von Bürokratie, die praktisch unüberwindlich ist. Das müssen wir ändern.»

Dazu gibt es eine Erwiderung von Josef Bechter:

Zu Ihrer Aussage, Frau Reiche, die Pflanzen müssten ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen, würden auf Gesundheits- und Umweltrisiken geprüft, entspricht ebenfalls nicht der Wahrheit. Dass sie geprüft werden steht außer Frage. Aber wie? Eine angemessene Prü-fung würde laut Experten mindestens zweijährige Risikostudien erfordern, mit verschiedenen Methoden, an verschiedenen Tieren usw. Diese gibt es aber weit und breit, auf der ganzen Welt nirgends. Die von ihnen angesprochenen „strengen“ Zulassungsverfahren beruhen meistens auf dem „überprüfendem Durchlesen“ der Konzernstudien, die erwiesener Maßen in der Regel mangelhaft sind und in denen die Risiken verschwiegen oder nur am Rande er-wähnt wurden und werden.

3 Kommentare . Trackbacken . Thema: Ernährung

»Durchmarsch der Energiewirtschaft«

7.04.06 um 10:58 von Ralph

Freitag im Gespräch mit Hermann Scheer: Verlogene Argumente, vergiftete Köder

. Trackbacken . Thema: Energie

»Durchmarsch der Energiewirtschaft«

7.04.06 um 10:58 von Ralph

Freitag im Gespräch mit Hermann Scheer: Verlogene Argumente, vergiftete Köder

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Ruinierte Ernte

7.04.06 um 10:53 von Ralph

„Gentechnisch veränderte und konventionell angebaute Pflanzen Acker an Acker – funktioniert das?“ fragt die Frankfurter Rundschau im Artikel Gentech-Politik muss transparenter werden. Greenpeace würde die Frage wohl als eine rhetorische ansehen, denn eine Studie zeige: Gentech-Mais verunreinigt Pflanzen, auch wenn die Felder weiter als empfohlen auseinanderliegen. Die Studie berichtet auch über die Erfahrung eines spanischen Bio-Bauers, der durch Gentech-Mais in der Nähe seine Ernte verloren habe.

Anders sieht das der spanische Biobauer Antonio Ruiz-Ortego, der in der Provinz Aragonien Bio-Tomaten und -Paprika anbaut. Die Schädlinge pflegte er mit Duftstofffallen zu bekämpfen. Seit in seiner Nachbarschaft manipulierter Mais ausgesät wird, tappen die Schmetterlinge aber nicht mehr in die mit Sexualdüften präparierten Fallen – seine Ernte wurde ruiniert.

3 Kommentare . Trackbacken . Thema: Wirtschaftspolitik

Patent für Gentechnik-Kaffee

6.04.06 um 00:04 von Ralph

Kaffee der Zukunft oder Nestlé, Nescafé, Gentechnik-Kaffee. Ein Kaffee-Patent mit der Nummer EP1436402, registriert beim Europäischen Patentamt.

. Trackbacken . Thema: Ernährung

Patent für Gentechnik-Kaffee

6.04.06 um 00:04 von Ralph

Kaffee der Zukunft oder NestlĂ©, NescafĂ©, Gentechnik-Kaffee. Ein Kaffee-Patent mit der Nummer EP1436402, registriert beim Europäischen Patentamt.

7 Kommentare . Trackbacken . Thema: Ernährung

Landliebe mit Gentechnik

5.04.06 um 14:49 von Ralph

Im November versicherte der zum Campina-Konzern gehörende Hersteller noch, seine Vertragsbauern würden keinen Gen-Mais verfüttern. Das war wohl eher marketingorientiertes Wunschdenken als die Wahrheit wie nunmehr amtlich ist:

Landliebe täuscht Verbraucher

Also doch! Entgegen anders lautender Beteuerungen füttern Vertragsbauern von Campina/Landliebe ihre Milchkühe mit Gen-Mais. Das ist das Ergebnis von Futtermittelproben, die Greenpeace heute morgen bei einem Campina-Milchlieferanten in Neutrebbin/Brandenburg genommen und analysiert hat.

Landliebe täuscht Verbraucher

2 Kommentare . Trackbacken . Thema: Ernährung

Fleissige Blumenbären für unser Leben

4.04.06 um 16:54 von Ralph

Es muss alles in Dollar benannt sein, bevor eine Leistung anerkannt wird. Aber wenn das hilft, die für unser Leben so wichtigen Bestäuber wie Hummel vor der Ausrottung zu retten, soll es einem doch recht sein. Insekten leisten gratis Milliardenservice für Umwelt.

. Trackbacken . Thema: Faszination Natur

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