Konsum, Alltag und Globalisierung
7. Juni 2007 von Ralph
Ich möchte hier einen subjektiven Überblick über zwei wichtige Themen bieten, die zur Zeit in Weblogs disktuiert werden und die man als Korrektiv gegenüber eines Teils der etablierten Online-Presse betrachten kann, die bisher versagt hat und mit ihren Falschmeldungen und reisserischen Headlines eine offensichtlicher werdende repressive Polizeitaktik unterstützen. Betont sei aber, dass bei aller Begeisterung für eine bloggende Gegenöffentlichkeit Skepsis notwendig bleibt (was mir nicht immer leicht fällt, vor allem wenn mir die Wut hochkommt), damit Behauptungen und Vermutungen nicht als Tatsachen verbreitet werden. Indirekte Rede, Zitate und Vergleiche der Argumente sind einfache Mittel im ehrenamtlichen Einsatz gegen Desinformationen und Medienmanipulation. Was nun nicht heißt, dass man auf polemische Kommentare und persönliche Eindrücke verzichten müsse.
Fehler im System titelt G8: Zivilpolizisten sollen zu Randale angestachelt haben und zitiert zwei weitere Weblogs: Da wäre das Punktblog, das fragt: Polizei mitschuld an Protest-Gewalt? und sich dazu hinreissen läßt, eine Polizeiprovokation als „ziemlich gesichert anzunehmen“, wärend das Feierabendblog bei skeptischen Fragen bleibt.
Auch trueten.de fragt: G8: Zivilpolizisten Urheber der Randale? und verweist auf ein Video auf indymedia, dass die Enttarnung zeigen soll, wobei der Spiegelfechter betont, dass es weiterhin eine „Vermutung“ bleibe, da der Mann bisher noch nicht identifiziert sei; und leider auch nicht gefilmt, wie ein anderer Kommentator betont. Zumindestens bemerkenswert ist in dem Zusammenhang ein Foto auf Journalismus – Nachrichten von heute, auf dem ein Mann mit autonomer Anmutung und ein Polizist gemeinsam Spass haben.
Desweiteren noch einmal ein Hinweis auf das hier entdeckte Video, das im Hinblick auf die abnehmende Unwahrscheinlichkeit, dass Provokateure der Polizei auch mit für die Gewalt in Rostock verantwortlich sein könnten, einen anderen Stellenwert bekommt und auf das ich vor zwei Tagen unter Update IX hinwies:
Update II: Beim Spiegelfechter werden von den Lesern weitere Links und Hinweise gepostet. Siehe zum Beispiel: jW: Polizei soll zu Provokateur Stellung nehmen
Update III: Am Freitag den 8.6. hat die Polizei von Mecklenburg-Vorpommern den Einsatz eines eingeschleusten Zivilpolizisten bei der Blockade „vor der Kontrollstelle Galopprennbahn“ bestätigt, am Tag zuvor aber noch behauptet, es würden keine Zivilbeamten in den Reihen der Demonstranten eingesetzt. Die Demonstranten werfen dem Zivilpolizisten Aufstachelung zur Gewalt vor, die Polizei widerspricht und rechtfertigt den verdeckten Einsatz als „Bestandteil der Deeskalationsstrategie“.
Update IV: Im Mark Seibert:Logbuch gibt es eine kontroverse Diskussion über das Video hier oben.
Gestern einen Teil eines Videos über einen Feldjägereinsatz beschrieben. Princo bemerkt dazu unter dem Titel Einsatz der Bundeswehr im Innern etwas, das mir gestern auch so ähnlich durch den Kopf ging:
Die Entscheidung, ob man über diese Dreistigkeit eher lachen oder weinen sollte, fällt wg. heruntergefallener Kinnlade nicht gerade einfach. […] Ob den beteiligten Personen wohl bewusst ist, welch historische Dimension die dort gezeigten Aufnahmen haben?
Etienner Heindahlen bemerkt unter dem Posting Bundeswehr-Panzer: Amtshilfe oder illegaler Einsatz der Bw im Inneren? sachkundig:
Am Rande bemerkt: der Einsatz landgestützter Bundeswehr-Aufklärungskomponenten ist an sich unnötig. Denn sowohl Zoll als auch Bundespolizei verfügen über entprechende FLIR-/IR-Kameras zur Flächenüberwachung. Hinzu kommen die weitreichenden FLIR-Kameras ausgestatteten Helikopter der Polizeihubschrauber-Staffeln der Länderpolizeien. Mit den voll nachtflugtauglichen Helikoptern lassen sich aus Entfernungen von einigen Tausend Metern auch in völliger Dunkelheit hochauflösende Bewegtbilder in real time in die Einsatzstäbe übertragen. Wozu also sind Bundeswehr-Kräfte nötig?
Der Autor von Gsallbahdr meint: „Je länger die Demonstrationen gegen den G8-Gipfel und die Gegenmaßnahmen anhalten, um so weniger weiß man“, ist aber bereits gespannt darauf, „ob es für den Panzereinsatz tatsächlich eine Legitimation gab“. Nachrichten von heute bemerkt unter dem Titel Polizei provoziert und plündert, Bundeswehr im Einsatz sarkastisch:
Sicherlich haben die beiden Polizisten diesen patriotischen Bundeswehrsoldaten angehalten und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass der Bundeswehreinsatz im Innern (noch) nicht legal ist.
Mehr bleibt einem dazu auch bis jetzt nicht zu sagen. Offizielle Statements fehlen bisher und werden wohl auch nicht folgen. Inwieweit der Einsatz illegal war, muss genau geprüft werden.
Update: Schneller als erwartet bietet netzpolitik.org Aufklärung und verweist auf den „Artikel“ „Technische Amtshilfe“ – Bundeswehr hilft bei G8-Sicherung. Fazit: Alles ganz selbstverständlich, man muss es nur „Amtshilfe“ nennen.
7. Juni 2007 von Ralph
Wikipedia erklärt Kavala (Bao) auf den Punkt folgendermassen (sehr aktuell gehaltener Artikel):
Der Begriff Kavala bezeichnet eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) der Polizeidirektion Rostock, welche mit der Gesamteinsatzführung zum G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm betraut ist.
7. Juni 2007 von Ralph
Feldjäger, die mit Infrarotkamera und bewacht von der Polizei an einer Brücke an der A19 Überwachungsaufgaben übernehmen. Der Videofilmer fragt nach einer Rechtsgrundlage des Einsatzes, bekommt aber als Antwort nur Ratlosigkeit. Als er einen zweiten Panzerwagen aufsucht und dort nach einem Pressesprecher fragt, zieht sich der Feldjäger kurz in den Panzerwagen zurück und meint nach kurzer Zeit, da müsse er sich schon an die Polizei wenden, das laufe über die. Ich lasse das jetzt einfach kommentarlos stehen. Zum Video.
Edit: In den Kommentaren wird angezweifelt, dass es Feldjäger sind. Wer klärt uns uns auf, was sie sind?
7. Juni 2007 von Ralph
Wie ich am Ende eines Postings bereits vermutete, wird das Aussmaß der Polizeigewalt in Rostock und rund um Heiligendamm erst langsam deutlich. So habe ich mir gerade das Video einer Pressekonferenz des Anwaltlichen Notdienstes (legal team) auf g8-tv.org angesehen. Dort wurde das folgende Foto gezeigt:

Der Republikanische Anwaltsverein erklärt auf seiner Webseite dazu (via Fehler im System):
Das Foto ist beim Abschluss der Großdemonstration am Nachmittag des 2. Juni entstanden; gegen 17:30 Uhr auf der Straße am Warnowufer in Höhe des Aufgangs Kanonenberg. Dazu folgende Erläuterung: Die Person, die das Foto gemacht und uns übergeben hat, beobachtete, wie ein Polizeibeamter einen jungen Mann mit einem Schlag zu Boden brachte. Der junge Mann lag dann mit Gesicht und Bauch zum Boden zugewandt, während ein Beamter mehrfach mit der Hand seinen Kopf auf den Boden stieß und ein anderer Polizist das weiße T-Shirt, das sie hier als weißen Fleck erkennen, um den Hals des Betroffenen wrang und zuzog. Dabei wurden der Betroffene und die Polizisten von anderen Polizeibeamten umringt, die versuchten, zu verhindern, dass Fotos von dieser Situation entstanden. Der Person, die uns das Foto übergab, gelang es trotzdem, ein Foto durch die Beine der Beamten hindurch zu machen.
In einem anderen Video berichtet die Anwältin Katja Herrlicher über brutale Polizeigewalt.
6. Juni 2007 von Ralph
In Somlus Welt unter Hase und Igel ein paar Aspekte zum G8-Medienverhalten auf den Punkt gebracht, zum Beispiel:
Natürlich haben die Berichterstatter nicht vermieden von der “bedrohlichen Atmosphäre” angesichts einem Haufen buntgekleideter Menschen in Wald und Wiese zu zu sprechen und so einen holländischen Kameramann danach zu befragen, ob er Angst habe. Wie schon weiter unten beobachtet, scheinen die Medien vor Ort auf bürgerkriegsähnliche Zustände zu hoffen. Eine bunte Truppe in Feld und Fluren, die es nicht auf Ärger ankommen lässt, sondern friedlich ihrer Wege geht, dafür fehlen in dem Koordinatensystem der Reporter wohl die Worte.
Und wenn die Gewalt von Seiten der Demonstranten ausbleibt, kann der „Journalist“ doch wunderbar die Gewalt der Polizei mit Häme kommentieren. Im Untertitel eines Bilds der Welt-Fotostrecke heißt es (siehe Screenshot unten):
„Das hätte er vielleicht besser nicht in Anwesenheit eines Fotografen getan: Ein Polizist verpasst einem Demonstranten einen Tritt in den Hintern.“

Die Headline „Verkleideter Polizist soll Demonstranten zum Steinewerfen aufgefordert haben“ in der „Welt“ liest sich in der Netzeitung wie folgt: „Eskalation am G8-Sicherheitszaun: Autonome verprügeln mutmaßlichen Polizisten“:

Schaut man beim Nachdenken über diese Überschrift die weiteren Bilder der Welt-Fotostrecke an, so sieht man zum Jammer der Sensastionspresse nur Gewalt von Polizisten, die Teilnehmer von Blockaden an den Haaren ziehen, Pfefferspray auf Sitzende sprühen oder sonstige Brutalitäten zum Besten geben, wie die folgenden Fotos dokumentieren:



Wahrscheinlich ist das Aussmass der Polizeigewalt vor allem aus Sicht der Betroffenen weitaus größer als die Bilder ahnen lassen, siehe auch die Meldungen des G8 Tickers von Indymedia.
6. Juni 2007 von Ralph
Wie man an dem Screenshot unten sehen kann, betitelte man auf der Startseite von rtl.de ein Video mit dem Satz: „G8-Demonstranten bedrohen Reporter“. Klickt man auf das Video, sieht man nur einen Teil ohne Bedrohung des Reporters, klickt man weiter, sieht man das ganze Video, aber von Bedrohung kann keine Rede sein. Es wird ledigllich von einem Demonstranten immer wieder auf die Privatsphäre hingewiesen und dass das Filmen nicht abgesprochen sei. Als das alles nichts bringt, wird man lauter und ruft „Raus“. Zudem wird noch eine Jacke vor die Kamera gelegt. Das war dann die Bedrohung. Man beachte die Arroganz des Reporters und sein Finger am „drohenden Demonstrant“. Und der Moderator am Ende zum Kollegen: … ich glaube, sie sollten jetzt zusehen, dass sie sich in Sicherheit bringen.“ – Das Gewaltvideo.

6. Juni 2007 von Ralph
Beobachtungen & Bemerkungen schreibt über den “Nachrichten-Sender” n-tv und Informationsvielfalt. Erinnert sei auch noch einmal an Der Krieg in den Köpfen der Meinungsmacher und die Weigerung von n-tv, eine Falschmeldung zu korrigieren. Aber nicht nur n-tv, auch kleinere Meinungsmacher weigern sich, siehe: Der «Zürcher Oberländer» legt keinen Wert auf inhaltliche Richtigkeit.
6. Juni 2007 von Ralph
Nachrichtenblog für Hamburg titelt: G 8: Polizei durchsucht Greenpeace-Schiff
Die Beamten beschlagnahmten einen Heissluftballon und machten die Schlauchboote an Bord fahruntüchtig, bis auf eines. Die 24köpfige Besatzung musste während der Durchsuchung in der Messe bleiben.
6. Juni 2007 von Ralph
Das Weblog hier wird kurzfristig zum G8-Beobachtungs-Blog, ich bitte die sympathisierenden Leser und auch die Mitautoren um Verständnis. In den Linksammlungen wird es einfach zu eng und unübersichtlich. Alle Beiträge werden unter der Kategorie G8 2007 gespeichert
6. Juni 2007 von Ralph
Die taz-NRW listet die 12 neuen Kohlekraftwerke auf, die in den nächsten Jahren in NRW gebaut werden sollen. Erwartet werden pro Jahr 60 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß, damit festigt NRW seinen Status als Europas klimafeindlichste Region: Die neuen Klimakiller.
5. Juni 2007 von Ralph
Die Linksammlung über die Berichterstattung zur Gewalt in Rostock führe ich nun hier unter neuer Überschrift weiter. Nicht, dass ich nichts zu tun hätte, aber die Entwicklung macht mir Sorgen. Es ist wieder soweit, dass man wegen einer Perücke festgenommen werden kann, weil man das Vermummungsverbot verletze (siehe Video: Polizei-Gewalt beim G8, wie eine Perücke zur Straftat wird). Eskalation droht Polizeitaktik zu werden, vielleicht auch wegen des öffentlichen Drucks von christlich-fundamentalistischen Hardlinern und eines Teils der Medien, die das Feindbild „gewaltbereite Autonome“, „Schwarze Blöcke“ und „Schwerstverbrecher“ pflegen. Gegenöffentlichkeit in Weblogs und kontrovers geführte Diskussionen scheinen mir in den nächsten Tagen wichtiger denn je zu sein.
Bei allem Entsetzen über die Steine von gewaltbereiten Demonstranten sollten zudem einige Fragen nicht vegessen werden: Welche Mitverantwortung tragen Polizei und Politik an den Krawallen und warum findet die Gewalt gerade jetzt in dieser gesteigerten Form statt, nachdem es jahrelang Tausende von kleinen und großen Demonstrationen (auch mit „schwarzen Blöcken“, die Sonnenbrillen, Mützen und Kappen tragen durften) gab, auf denen hier und dort höchstens Rangeleien stattfanden? Ich war ja selbst auch auf sehr vielen solcher Demonstrationen, deshalb drängt sich mir diese Frage so auf.
Eine weitere Frage: Wie steht es um den eigentlichen Protest, der jetzt in den Medien untergeht, geschweige denn um die Argumente der G8-Kritiker? Auf jeden Fall geht dieser Protest weiter, auch unkonventionell, wie ein gewisser Brief zeigt: Hoax als Protestform.
Die Texte, Videos und Bilder, die hier folgend vorstellen werde, sortiere ich anders als sonst. Die neusten Links werden oben stehen.
Weitere Konsumblog-Postings zum Thema G8-Gipfel
– G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm: Aktionen und Argumente
– Berichterstattung zur Gewalt in Rostock bis 5.6. Nachmittags
– Das G8-Prinzip: Menschenrechte mit Füssen treten
– Razzien gegen G8-Protestgruppen
– G8 und Medienkompetenz
3. Juni 2007 von Ralph
Wird die Anmassung und Willkürlichkeit der Patentierung nicht deutlicher denn je, wenn man liest: Inder empört über amerikanische Yoga-Patente? – via werner1956
3. Juni 2007 von Ralph
Es war so klar wie das Amen in der Kirche, kommt es zur Gewalt nach einer Demo, sind die Fronten und Schuldigen für einen Großteil der offiziellen Online-Presse klar. „Gewaltbereite Automone“ ist die Standard-Erklärung, für die man seinen Redakteurs-Arsch nicht aus dem Sessel heben muss, um zu überprüfen, wer für die Gewalt verantwortlich ist. Später dann, wenn die schreierischen und manipulativen Headlines und Einleitungstexte alle gelesen sind, kann man vielleicht in dem einen oder anderen Absatz Kritik an der Polizei entdecken. Die Frage, ob massive bewaffnete Polizeipräzenz, Kontrollen und Beschlagnahmungen, Behinderungen, Einkesselungen und Hubschrauberattacken nicht auch Gewalt und Gewaltbereitschaft sind, ist kein Thema.
Wie die Screenshots im Beitrag G8 und Medienkompetenz bereits angedeutet haben, besteht vor allem der Online-Journalismus etablierter Großmedien darin, auf einseitige Berichterstattung zu fahren und die Angaben der Polizei über Verletzte und Anzahl der Demonstranten unhinterfragt als Wahrheit zu verkaufen. Wer sich nun aber im Netz umschaut, wird zumindestens ein paar andere Perspektiven auf die Gewalt in Rostock entdecken, auch würde deutlich, dass wohl vor allem Spiegel online auf Hofberichterstattung setzt. Links:
Hier geht es nun weiter mit den Links: G8-Links: Die Tage nach Rostock
Weitere Postings zum Thema G8-Gipfel
– G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm: Aktionen und Argumente
– Das G8-Prinzip: Menschenrechte mit Füssen treten
– Razzien gegen G8-Protestgruppen
– G8 und Medienkompetenz
2. Juni 2007 von Ralph
G8 ist wohl zur Zeit das Top Thema in Weblogs. Die Google Blogsuche zu G8 zeigt eine gewisse Postingsdichte und auch Technorati zeigt international und national eine große Menge an Beiträgen, Videos und Bildern. Auch G8 2.0 ist mittlerweile geboren und verspricht mehr Information und Vernetzung.
Zur Erinnerung an Genua empfehle ich das Video fuck G8 (leider aus dem Netz genommen, alternativ die WDR-Doku „Gipfelstrümer“), das die unglaublich feige Brutalität der Polizei zeigt! Ich warne, das ist nichts für zarte Gemüter. YouTube zeigt das Video nur, wenn man eingeloggt ist. Ansonsten fällt mir noch ein Anreiz zu mehr Medienkompentenz ein, nämlich in den nächsten Tagen fleissig die Nachrichtensendungen im Fernsehen zu verfolgen und das dann vergleichen mit den Texten, Bildern und Videos aus den Weblogs.

Ein verletzer Demonstrant in Genua 2001
1. Juni 2007 von Ralph
Nicht die G8-Fürsten und ihre Gewaltpolitik in Afghanistan und anderswo sind verbrecherisch, nein, die Verbrecher sind die, die dagegen demonstrieren, weil Gerechtigkeitsempfinden und Zivilcourage, Wut und Wissen sie dazu antreibt. Und vor diesen Verbrechern muss man die Herrrscher der Welt natürlich schützen und das zu 100 Prozent. Schlappe über 100 Millionen für ihre Sicherheit sind Peanuts und 16.000 Polizisten und 1.100 Bundeswehrsoldaten zum Schutz der Weltzerstörerbande (die Angst sitzt ihnen wohl tief in den Knochen) sind schon fast zu wenig.
Einiges wird deutlicher, wenn man sich einmal ganz in Ruhe einige Videos anschaut und ein paar Meldungen liest. Einfach einmal auf sich wirken lassen, sich vorstellen, es würde einem selbst passieren und sich fragen, wer da provoziert und Grundrechte mit Füssen tritt. Die Erkenntnis aus allem: Wer nichts zu sagen hat und zahmes Wahlvieh bleibt, der hat demokratische Rechte, alle anderen, vor allem die, die lauter und radikaler werden, werden sich früher oder später dem Terrorismus-Vorwurf und die Gewaltbereit-Unterstellung gefallen lassen müssen. In den USA wird es vorgemacht, dort sind radikale Umweltaktivisten nach vielen Jahren ihrer Taten als Terroristen zu Haftstrafen bis zu 13 Jahren verurteilt worden, siehe US-Terrorparagraf trifft Öko-AktivistInnen. Soweit mein Kommentar, folgend die Links fürs freiheitliche Gemüt:
Noch ein Wort zu den Nachrichten der ARD und ZDF: Da können der vor lauter Sympathieaura platzende Onkelklon Buro und die Seriösitätsfratze Kleber noch so wichtig tun, die Tagesthemen und Heute sind nicht mehr als Propagandafernsehen der offiziellen Politik, daran ändert auch der eine oder andere kritische Alibibeitrag nichts. Man vergleiche das einfach mit den Informationen, die man im Internet finden kann. Die Leute manipulieren und sich gut fühlen dabei, das geht nur mit der Schere im Kopf.
Nachtrag: Diskussion im law blog über Das außenpolitische Interesse, ein Argument, das dem Oberverwaltungsgericht Greifswald ausreicht, um die Versammlungsfreiheit praktisch ausser Kraft zu setzten. Sprich, es soll niemand sehen, dass es Protest gegen den G8-Gipfel gibt.
Weitere Postings zum Thema G8-Gipfel
– G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm: Aktionen und Argumente
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