Konsumblog.de

Konsum, Alltag und Globalisierung

Zur Bottombar

Die Pharmaindustrie und schädliche Medikamente

12. Januar 2007 von Ralph

John Rengen, Autor des Buches Rubio spuckt’s aus. A Story from a Pharma-Insider, war 35 Jahre in der Pharmaindustrie tätig, unter anderem bei dem Pahrmariesen Eli Lilly, der mit dem umstrittenen Antidepressivum Prozac Milliardengewinne einfährt (in Deutschland heißt die Pille Fluctin, der umstrittene Wirkstoff Fluoxetin). In dem oben erwähnten Buch rechnet der ehemalige Geschäftsführer von Eli Lilly in Schweden mit der Pharmabranche ab. In einen Interview mit der taz berichtet er folgendes über Bestechungsvorbereitungen, um für Prozac in Schweden eine Zulassung zu erreichen:

Die Methoden, die ich anwandte. Sie waren damals jedenfalls in Schweden neu. Es war schlicht Bestechung. Ich schloss so etwas wie Freundschaft mit sogenannten Meinungsbildnern oder solchen, die es werden wollten. Und ich brachte sie dazu, Nebenwirkungen in ihren Beiträgen zu unterdrücken und ein positives Votum abzugeben.

Ein leichter Job?

Nicht unbedingt. Aber ich habe Pharmakologie und Medizin studiert. War in jungen Jahren Popsänger und meine Lehrjahre bei Lilly hatten mich zum Genießer gemacht. Ich habe die Fachleute, die wir brauchten, geprofiled: Hobbys, Kinder, Vorlieben der Frau. Das ließ sich alles bedienen. Ich arrangierte Gourmetessen in Nobelrestaurants, am Nebentisch die schwedische Königin, exquisite Weinproben, Symposien in den Tropen. Schweden mögen das. Der Winter ist lang und dunkel. Ich fand die richtigen Jazzkeller, sang auch mal selbst und bezahlte die Prostituierten.

Floss auch Geld?

Ja, auch. Aber in Schweden war die Vermögenssteuer extrem hoch. Da muss man sich auch andere Sachen einfallen lassen. Eine Studie mit guten Resultaten, die hat uns damals etwa 10.000 Dollar gekostet. Das war vor mehr als zwanzig Jahren eine Menge Geld. Und eigentlich nur das Taschengeld, denn der Herr Professor bekam von Lilly auch noch die Zusage für eine Langzeitstudie. Das bringt Geld in die Klinik und nützt dem Renommee.

Kennen Sie das Ergebnis der Studie?

Nein, ich gehe davon aus, dass es keine gibt.

Wurde Fluoxetin in Schweden zugelassen?

Nie.

Dann waren Sie also erfolglos?

Nein, denn ich habe für einen guten Preis gesorgt. Der war dann maßgeblich für andere Länder. Das läuft in Schweden nämlich so: Bereits vor der endgültigen Zulassung verhandelt die Pharmafirma mit der Wirtschaftsbehörde über den zukünftigen Preis des Präparats. Mit 1,20 US-Dollar pro Tagesdosis von 20 Milligramm in der Achtzigerjahren, fiel der ansehnlich aus. Eine gute Verhandlungsbasis für den Konzern auf dem Weltmarkt.

Deutschlandfunk: Neue Pillen für den neuen Menschen

. Trackbacken

Die Pharmaindustrie und schädliche Medikamente

12. Januar 2007 von Ralph

John Rengen, Autor des Buches Rubio spuckt’s aus. A Story from a Pharma-Insider, war 35 Jahre in der Pharmaindustrie tätig, unter anderem bei dem Pahrmariesen Eli Lilly, der mit dem umstrittenen Antidepressivum Prozac Milliardengewinne einfährt (in Deutschland heißt die Pille Fluctin, der umstrittene Wirkstoff Fluoxetin). In dem oben erwähnten Buch rechnet der ehemalige Geschäftsführer von Eli Lilly in Schweden mit der Pharmabranche ab. In einen Interview mit der taz berichtet er folgendes über Bestechungsvorbereitungen, um für Prozac in Schweden eine Zulassung zu erreichen:

Die Methoden, die ich anwandte. Sie waren damals jedenfalls in Schweden neu. Es war schlicht Bestechung. Ich schloss so etwas wie Freundschaft mit sogenannten Meinungsbildnern oder solchen, die es werden wollten. Und ich brachte sie dazu, Nebenwirkungen in ihren Beiträgen zu unterdrücken und ein positives Votum abzugeben.

Ein leichter Job?

Nicht unbedingt. Aber ich habe Pharmakologie und Medizin studiert. War in jungen Jahren Popsänger und meine Lehrjahre bei Lilly hatten mich zum Genießer gemacht. Ich habe die Fachleute, die wir brauchten, geprofiled: Hobbys, Kinder, Vorlieben der Frau. Das ließ sich alles bedienen. Ich arrangierte Gourmetessen in Nobelrestaurants, am Nebentisch die schwedische Königin, exquisite Weinproben, Symposien in den Tropen. Schweden mögen das. Der Winter ist lang und dunkel. Ich fand die richtigen Jazzkeller, sang auch mal selbst und bezahlte die Prostituierten.

Floss auch Geld?

Ja, auch. Aber in Schweden war die Vermögenssteuer extrem hoch. Da muss man sich auch andere Sachen einfallen lassen. Eine Studie mit guten Resultaten, die hat uns damals etwa 10.000 Dollar gekostet. Das war vor mehr als zwanzig Jahren eine Menge Geld. Und eigentlich nur das Taschengeld, denn der Herr Professor bekam von Lilly auch noch die Zusage für eine Langzeitstudie. Das bringt Geld in die Klinik und nützt dem Renommee.

Kennen Sie das Ergebnis der Studie?

Nein, ich gehe davon aus, dass es keine gibt.

Wurde Fluoxetin in Schweden zugelassen?

Nie.

Dann waren Sie also erfolglos?

Nein, denn ich habe für einen guten Preis gesorgt. Der war dann maßgeblich für andere Länder. Das läuft in Schweden nämlich so: Bereits vor der endgültigen Zulassung verhandelt die Pharmafirma mit der Wirtschaftsbehörde über den zukünftigen Preis des Präparats. Mit 1,20 US-Dollar pro Tagesdosis von 20 Milligramm in der Achtzigerjahren, fiel der ansehnlich aus. Eine gute Verhandlungsbasis für den Konzern auf dem Weltmarkt.

Deutschlandfunk: Neue Pillen für den neuen Menschen

3 Kommentare . Trackbacken

Gute Support-Erfahrungen

10. Januar 2007 von Ralph

In den letzten zwei Jahren hat sich für mich gezeigt, dass Produkte, auch wenn man gutes Geld dafür bezahlt, minderwertiger und fehleranfälliger werden. Ich will aber heute nicht ins Einzelne gehen. Lieber möchte ich über Produkte schreiben, die mich überzeugt haben, trotzdem aber Mängel aufwiesen. Dabei hatte es sich meistens gelohnt, den Support in Anspruch zu nehmen. Mit freundlicher Vorgehensweise habe ich einige positive Erfahrungen gesammelt:

  • Im vorletzten Jahr hatte ich eine gute Erfahrung mit der Leica Camera AG gemacht. Sie hat mir meine Digilux 2 innerhalb von 5 Tagen kostenlos repariert, kurz vor Ablauf der Gewährleistung.
  • Ein 16 Monate alter Puma-Chonograph für 129 Euro ging trotz neuer Batterie in unregelmäßigen Abständen ungenau. Der Internet-Händler hat mir die Adresse der Firma Zeitmesstechnik Puma Service zum Einschicken genannt. Die Uhr kam ziemlich fix und repariert zurück, zudem hatte man mir ein neues Armband spendiert, obwohl das alte noch gut in Schuss war.
  • Gleich zweimal musste ich die bereits in die Monate gekommene Kamera Pentax Optio X einschicken. Die PENTAX Europe GmbH hat die Kamera beide Male anstandslos und ziemlich schnell repariert.
  • Im letzten Urlaub leistete uns der Sprachcomputer Franklin BDS-1860 super gute Dienste, denn schneller und spontaner kann man einfach nicht englische Wörter übersetzen. Nur leider sah ich nach kurzem Einsatz einen Defekt im Display. Ich schrieb die Firma Franklin Electronic Publishers GmbH per Email an und bekam prompt eine Antwort. Es reichte „ausnahmsweise“, ein Foto des Displayfehlers und die Rechnung via Email zu verschicken, um einige Zeit später ein nagelneues Ersatzgerät in Empfang nehmen zu können. Vorbildliche Email-Kommunikation.
  • Der USB-Sprachtrainer Englisch von digital publishing (Sprachlernsoftware, die mich überzeugt hat) funktionierte nicht so recht auf meinem Notebook. Auf meine Anfrage via Email kam einen Tag später die Aufforderung, den UBS-Stick einzusenden. 4 Tage später hatte ich nagelneuen und originalverpackten Ersatz.
  • Ich bin ja recht froh über den Adventure Pen – ein Kugelschreiber als Schlüsselanhänger -, gekauft bei Globetrotter. So habe ich unterwegs immer einen Stift zur Hand. Leider fiel mir das Gerät im Urlaub aus der Umhüllung. Globetrotter bewies nach einer Email-Anfrage schnellste Kulanz und schickte mir einen neuen.
  • Gute Erfahrungen als Geschäftskunde habe ich in den letzten 4 Jahren auch mit computeruniverse.net gemacht, die bei technischen Problemen kundenfreundliche Optionen bereithalten.

Das oberste Gebot bei Support-Anfragen ist Freundlichkeit. Die Mitarbeiter können schließlich nichts für defekte Geräte und eine freundliche Anfrage motiviert wohl mehr als reine Meckerei. Genaue Beschreibung der Fehler und Mängel ist das zweite Gebot. Wenn es auf Email-Anfragen keine Antwort gibt (besonders bei Konzernen), dann sollte man immer zum Telefon greifen und sich über Adresse und Vorgehensweise informieren, bevor man ein Gerät zurückschickt. Das beschleunigt nicht nur den Vorgang, man hat auch eine relative Sicherheit, dass das Gerät an der richtigen Stelle ankommt. Und auch am Telefon kann es nicht schaden, das Produkt auch mal zu loben, wenn es denn nicht diesen Fehler hätte…

Im Großen und Ganzen ist aus meiner Warte der Support in Deutschland besser als sein Ruf. Desweiteren scheint mir, dass man bei den „kaputten Preisen“ mancher Internet-Discounter keinen guten Support erwarten sollte. Im Hinblick auf die gehäufte Fehleranfälligkeit sollte man vielleicht lieber einige Euros mehr investieren und so erfahrene Einzelhändler und supportgebende Firmen unterstützen. Und eines ist auch klar, Support kostet Geld und erhält Arbeitsplätze.

2 Kommentare . Trackbacken

Apple-Wahn und iSchrott

10. Januar 2007 von Ralph

Ich verstehe nicht ganz, warum so viele erwachsene Menschen Apple-Chef Steve Jobs verehren. Der ist nicht besser und nicht schlechter als Bill Gates und andere neoliberale Kapitalisten, die nur ein Ziel haben: Marktbeherrschung. Der Größenwahn, der dabei herauskommt, zeigt sich am aktuellen Auftritt des geistigen Oberhaupts der Apple-Gemeinde auf der Macworld. Nichts weniger als eine IT-Revolution ist das mit religiösen Zügen präsentierte Ziel. Geschichte will er schreiben als Visionär der Technikfetischisten. Wie gut aber der IT-Fundamentalist Jobs das Geschäft mit Erwartungen versteht, läßt sich an der Reaktion der Börse ablesen. Schon jetzt wird das iPhone als Gott des Handys hochstilisiert. Dünn, klein und mit Technik vollgestopft sehe ich schweissnasse Hände über das Touchpad des iPhones rutschen, das uns in Zukunft wohl auch trösten wird, wenn etwas nicht funktioniert. Da ist es ein Vorteil, dass die Geräte immer kleiner werden, das vermindert im Volumen – nicht in der Giftigkeit – den Elektroschrott. Leider ist Apple bei Entsorgung seines iSchrottes das Schlusslicht: Geliebtes Fallobst.

13 Kommentare . Trackbacken

Klimawandel und Profit

31. Dezember 2006 von Ralph

Der Klimawandel ist in aller Munde, umso mehr, je weniger dagegen passiert. Für Peter Hennicke, Leiter des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, ist der Klimawandel eine Chance, zumal sich damit bald mehr Geld verdienen lasse als mit Autos.

. Trackbacken

brot statt boeller?

29. Dezember 2006 von Ralph

liebe leser, noch habt ihr ein bisschen zeit, mich vom knaller kaufen abzuhalten. oder alternativen vorzuschlagen.
ich weiss ja, es ist geldverschwendung, aber das ist rauchen auch. fuer mich gehoert es zu sylvester einfach dazu, und jedes jahr, in dem ich mir vorgenommen habe: diesmal nicht… habe ich dann doch auf die letzte sekunde immer noch etwas zum in-die-luft-sprengen gefunden.

6 Kommentare . Trackbacken

Haltbarkeit eines Handys höchstens 3 Jahre

20. Dezember 2006 von Ralph

Letzte Woche verhandelte die Handyindustrie vor einem Gericht in Oslo über die Haltbarkeitszeit von Handys. Da es in Norwegen ein großzügigeres Reklamationsrecht gibt, das Garantieansprüche bis zu 5 Jahren vorsieht, stossen die Industrievertreter mit ihrer Forderung, die Haltbarkeit eines Handys auf 3 Jahre zu begrenzen, in Norwegen auf wenig Gegenliebe: Verfallsdatum für Handys.
Da fällt mir ein, dass mein Nokia 6210 schon 4 Jahre auf dem Buckel hat und immer noch funktioniert. Im Vergleich zu den neueren Handys ist bei dem 6210 auch das Display noch fast einwandfrei und überhaupt kann das Teil auch mal auf den Boden knallen. Bei diesem Modell hat Nokia wohl noch nicht daran gedacht, die Haltbarkeit auf drei Jahre zu beschränken. ;-)

. Trackbacken

Haltbarkeit eines Handys höchstens 3 Jahre

20. Dezember 2006 von Ralph

Letzte Woche verhandelte die Handyindustrie vor einem Gericht in Oslo über die Haltbarkeitszeit von Handys. Da es in Norwegen ein großzügigeres Reklamationsrecht gibt, das Garantieansprüche bis zu 5 Jahren vorsieht, stossen die Industrievertreter mit ihrer Forderung, die Haltbarkeit eines Handys auf 3 Jahre zu begrenzen, in Norwegen auf wenig Gegenliebe: Verfallsdatum für Handys.
Da fällt mir ein, dass mein Nokia 6210 schon 4 Jahre auf dem Buckel hat und immer noch funktioniert. Im Vergleich zu den neueren Handys ist bei dem 6210 auch das Display noch fast einwandfrei und überhaupt kann das Teil auch mal auf den Boden knallen. Bei diesem Modell hat Nokia wohl noch nicht daran gedacht, die Haltbarkeit auf drei Jahre zu beschränken. ;-)

7 Kommentare . Trackbacken

Atomstromfrei ins neue Jahr starten!

13. Dezember 2006 von Ralph

Ausstieg-logo

Am 26.09.2006 reichte der Stromkonzern RWE bei Bundesumweltminister Sigmar Gabriel einen Antrag ein, das Atomkraftwerk Biblis A entgegen den Vereinbarungen des Atomkonsenses vier Jahre länger betreiben zu wollen. 48 Stunden später riefen führende Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände und Verbraucher- organisationen die Aktion „Genug ist genug! Atomausstieg selber machen“ ins Leben. Ihr Ziel: Große Teile der Bevölkerung dazu zu bringen, ihre Stromverträge mit den Atomstromkonzernen RWE, ENBW, Vattenfall und E.on zu kündigen und zu unabhängigen Ökostromanbietern zu wechseln.

Dafür haben sie die Seite www.atomausstieg-selber-machen.de ins Netz gestellt. Hier kann der Verbraucher in nur wenigen Minuten online den Wechsel vollziehen. Einfach einen Vertrag mit einem der vier ,von der Initiative empfohlenen Anbieter ausfüllen und abschicken. Um alles Weitere, einschließlich der Kündigung des alten Vertrages, kümmert sich der neue Anbieter.

Die Initiative, bestehend aus 14 Organisationen, welche zusammen mehrere Millionen Mitglieder repräsentieren, ist nach eigenen Angaben das größte Bündnis gegen Atomkraft seit Tschernobyl.

Seit dem Start der Aktion melden die vier von der Initiative empfohlenen Ökostromanbieter EWS-Schönau, Greenpeace-Energy, Naturstrom und Lichtblick „deutlich überdurchschnittliche Zahlen bei den Neuverträgen“ sowie eine „außergewöhnlich starke Frequentierung ihrer Internetauftritte“.

Wer bisher noch nicht zu einem Ökostromanbieter gewechselt ist, hat hier die Chance ein wahrnehmbares Zeichen gegen Atomkraft und gegen den geplanten Ausbau von fossilen Kraftwerken in Deutschland zu setzen.

5 Kommentare . Trackbacken

colors – a magazine about the rest of the world

11. Dezember 2006 von Ralph

seit jahren lese ich mit gleichbleibender begeisterung die colors hefte.
dummerweise haben die benetton-filialen es geschafft, die hefte nicht mehr verkaufen zu muessen (das hatte denen nicht gepasst), sodass die letzten paar hefte eher zufaellig hier eintrudelten..
das aktuelle heft, back to earth, berichtet von urspruenglichen lebensmitteln und ihren produzenten rund um die welt, zb manna aus sizilien oder yak-kaese aus tibet.
wie immer mit faszinierenden bildern und bezugsinformationen (gelbe seiten).
leider scheint es colors nicht mehr in der deutschen ausgabe zu geben, englisch sollte man also mindestens koennen (die hefte kommen immer 2sprachig, englisch-italienisch, -spanisch, -franzoesisch).
auch die backissues lohnen sich fuer alle, die ueber den tellerrand schauen wollen und interessante bilder moegen.

colors-magazine

auch ein schoenes weihnachtsgeschenk btw (abo 23eu)

. Trackbacken

UFZ-Newsletter

4. Dezember 2006 von Ralph

Information ist gut:

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ informiert ab sofort mit einem neuen Newsletter über aktuelle Entwicklungen aus dem Zentrum und der deutschen Umweltforschung. Das achtseitige Heft wird alle zwei Monate gedruckt. Interessenten können sich das Heft auf den Internetseiten des UFZ als PDF-Dokument ansehen oder per Post erhalten.

Hier zu finden.

. Trackbacken

Profit mit verbotenem Gift

28. November 2006 von Ralph

Spiegel online meldet Greenpeace deckt Pestizid-Händlerring auf. Greenpeace titelt: Kriminelles Händler-Netz vertreibt illegale Pestizide – „Lebensmittel sind belastet, Raiffeisen verkauft E 605“.

. Trackbacken

Gewerkschaften gegen Grundeinkommen

28. November 2006 von Ralph

Ein unbeachteter Gewerkschaftsskandal ist, dass Ver.di und Co aus ideologischen Gründen (Vollbeschäftigung) ein Grundeinkommen zwischen 800 und 1000 Euro für jeden Bürger und damit die Abschaffung der Hartz-Gesetze nicht unterstützen. Ein Grund für mich, Verdi den Rücken zu kehren. Mit keinem Mitgliedsbeitrag möchte ich die unflexible und sozialfeindliche Politik dieses Vereins unterstützen. Dafür sind die Argumente für das Grundeinkommen zu überzeugend. Ein Grundeinkommen für alle wäre in meinen Augen ein bedeutsamer Schritt gegen soziale Ausgrenzung, Politikverdrossenheit und Staatsgängelung, ein Impuls für die Gesellschaft, der Eigeninitiative und das Selbstbewußtsein von vielen Erwerbslosen steigern würde. Klar ist, dass die Hartz-Gesetze und das geradezu dumme und völlig an der wirtschaflichen und gesellschaftlichen Entwicklung vorbeigedachte Beharren auf Vollbeschäftigung die Erwerbslosen und sozial Deklassierten weiter ausgrenzt und wohl auch nicht wenige in die Hände rechtsradikaler Demagogen treibt. Aber die Gegner gesellschaftlichen Fortschritts hängen nicht nur an eine längst überkommene Arbeitsmarktspolitik, auch ihr Menschenbild ist alles andere als positiv und unterstellt allen Bürgern ein Schmarotzertum, dem der Staat mit Drohung und Kontrolle begegnen müsse.

Die taz zitiert Befürworter und Gegner und hat ein Interview mit dm-Chef Götz Werner gebracht, der radikal fordert, das Recht auf Arbeit durch ein Recht auf ein Einkommen zu ersetzen: „Hartz IV löst nur Leid aus“.

3 Kommentare . Trackbacken

Film: China Blue

27. November 2006 von Ralph

In China haben mehr als 130 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen um in den Städten Chinas Geld zu verdienen – oft um ihre zurückgeblieben Familien auf dem Land finanziell zu unterstützen.

China Blue Eine von ihnen ist die 20-jährige Jasmin, die von ihrem Dorf in die südchinesische Stadt „Shax“ geht um dort Arbeit zu finden. Der Film begleitet Jasmin und zwei ihrer Freundinnen bei ihrem Arbeitsalltag in einer Jeans-Fabrik. 14 Stunden am Tag für 2 Euro pro Tag. Wenn eine Lieferung zeitlich knapp wird, müssen die ArbeiterInnen ohne Bezahlung die Nacht durcharbeiten. Den Großteil ihres Lohns schickt Jasmin an ihre Familie, dann kauft sie sich in der Stadt Medikamente um den extremen Schlafmangel und ihre Magenprobleme auszuhalten.

Durch vorgelesene Tagebucheinträge Jasmins und der Dauerpräsenz der Kamera, welche nur durch versteckte Aufnahmen möglich war, enstehen sehr intensive Eindrücke der Mädchen und der Welt in der sie leben. Bilder die auch unser trainierter Geist nicht schaffen wird so schnell aus unseren Gedanken zu verbannen.

Aber der Film erzählt nicht nur von den Arbeiterinnen und dem chinesischen Fabrikbesitzer, er zeigt auch die westlichen Auftraggeber, welche dem Fabrikbesitzer mit ihren Preis- und Zeitvorgaben unter Druck setzen und zieht so die Verbindung zu unseren westlichen Firmen und somit auch zu uns Konsumenten.

Ich habe diesen Film gemacht, weil ich glaube, dass die Globalisierung das wichtigste Thema unserer Zeit ist. Was mich morgens aufstehen lässt, ist meine Wut. Multinationale Unternehmen, die sich für nichts anderes interessieren als für ihren Profit, bestimmen mehr und mehr unser Leben. Indem sie die Medien kontrollieren, tragen sie dafür Sorge, dass eingehende Untersuchungen ihrer Praktiken relativ selten vorkommen. Für mich ist die einzig angemessen Antwort darauf, Filme zu machen, die zeigen, was sie uns vorenthalten wollen.

Regisseur von „China Blue“ ist Micha X. Peled, manchen vielleicht noch bekannt von dem 2002 in USA erschienenen Film „Store Wars: When Wal-Mart Comes To Town“.

Hallo Freund, hallo aus China. Meine Freunde sagen, ich sei sehr süß, deshalb nennen sie mich Little Jasmine. Vor vier Monaten habe ich mein Zuhause verlassen, jetzt lebe ich in einer Fabrik. Ich vermisse meine Eltern, meine Schwester, meine Großmutter und meine Katze. Ich würde Dir sehr gerne die wunderschöne Gegend von Szechuan zeigen. Magst Du die Szechuan-Küche? Meine Freunde und ich haben diese Jeans für Dich hergestellt. Ich hoffe, Du magst die Hose. Liping sorgt für die Gesäßtaschen, Orchid näht die Reißverschlüsse ein und ich schneide lose Fäden ab. Uns wird gesagt, wir könnten glücklich sein, diesen Job zu haben. Ich bin froh, dass ich meine Familie unterstützen kann.
P.S.: Meine Freunde wundern sich, warum ihr alle so groß und dick seid?

Aus einem Brief, den die Textilarbeiterin Jasmin als »Flaschenpost« in einer Jeans versteckt hat, die sie im Auftrag von Wal-Mart herstellt.

„China Blue“ wird zur Zeit auf dem bundesweiten Film-Festival „ueber arbeiten“ in über 80 Städten gezeigt.

Links zum Thema:

3 Kommentare . Trackbacken

Preiserhöhungen durch Mogelpackungen

26. November 2006 von Ralph

Die 3 % MwSt-Erhöhung von 16 % auf 19 % welche uns 2007 ins Haus steht, sind Peanuts im Vergleich zu den heimlichen Preiserhöhungen der Hersteller durch kleinere Verpackungseinheiten im Handel.

Da sind dann schon einmal über 50 % versteckte Preiserhöhung möglich. Das freut die Manager und Aktionäre, der Verbraucher bezahlt wieder einmal (wie immer) die Zeche und bekommt in den meisten Fällen gar nichts davon mit.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat dazu einen Bericht und eine PDF-Doku mit einer Übersicht zu diesem Thema online gestellt.

. Trackbacken

Seiten: zurück 1 2 ... 18 19 20 ... 48 49 weiter

Zum Seitenanfang