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Konsum, Alltag und Globalisierung

Archiv: Januar 2006

450 Kürbissorten

21.01.06 um 21:25 von Ralph

Dieser Link kam von Silvan via Email: Die ganze Welt der Kürbis-Samen. Ein Shop mit sage und schreibe 450 Sorten! Wunderbare Natur.

1 Kommentar . Trackbacken . Thema: Ernährung,Faszination Natur

Interview: Am Selbstmord-Gen soll die Welt genesen

21.01.06 um 16:32 von Ralph

Pflanzen, die ihre Samen selbst zerstören, damit Bauern Saat lizensieren müssen, das ist eine bedrohliche Offensive der Agrar- und Chemie-Konzerne, die zunächst abgewendet schien. Dass es nicht mehr so ist, darüber berichtet Sandra Blessin in dem folgenden Interview.

Konsumblog: Was ist das zentrale Ziel der Kampagne “Freie Saat statt tote Ernte – Terminator-Technologie ächten”?

Sandra Blessin: Vorrangiges Ziel der Kampagne ist, dass das weltweite Moratorium (vergleichbar mit einem Zulassungsstopp) auf die Terminator-Technologie erhalten bleibt. Bei der Terminator-Technologie handelt es sich um eine besonders aggressive Form der Agro-Gentechnik, bei der Pflanzen gentechnisch so verändert werden, dass ihre Samen steril sind. Bereits im Jahr 2000 haben sich die Unterzeichnerstaaten der Biodiversitätskonvention gemeinsam für eine Ächtung dieser Technologie eingesetzt, nachdem ein Fachgremium auf die Gefahren dieser Technologie aufmerksam gemacht hat. Jetzt versuchen einige Staaten, allen voran Kanada, Australien und Neuseeland das Moratorium zu kippen. Hierüber könnte bereits auf der 8. Vertragsstaatenkonferenz in Brasilien entschieden werden. Daher versucht die deutsche Kampagne “Terminator-Technologie ächten – Freie Saat statt tote Ernte” zumindest die deutsche Delegation dazu zu bewegen, sich gegen Terminator auszusprechen.

Darüber hinaus versuchen wir auch ein Verbot in das deutsche Gentechnikgesetz einzubringen und arbeiten eng mit der internationalen Kampagne zusammen.

freie-saat.jpg
Foto: Malte Kreutzfeldt, Attac

Konsumblog: Wie ist Resonanz in der Bevölkerung, in Presse und der Politik auf die Kampagne?

Sandra Blessin: Unsere erste Pressekonferenz war gut besucht und hat auch darüberhinaus noch einige Nachfragen von Radiosendern und Printmedien bekommen. Wir hoffen, dass dieses Interesse noch einwenig anhält, so dass die Bundestagsabgeordneten vor der Abstimmung gut informiert sind.

In der Bevölkerung ist die Terminator-Technologie noch nicht besonders bekannt, umso wichtiger ist daher, auf die Gefahr aufmerksam zu machen bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist und Pflanzen bereits auf unseren Äckern und Lebensmitteln sind.

Konsumblog: Der Begriff Terminator-Technolgie klingt sehr reisserisch. Warum fiel die Wahl auf diesen Begriff und welchen Vorgang bringt er auf den Punkt?

Sandra Blessin: Der Begriff Terminator-Technologie wurde seinerzeit von der kanadischen Nichtregierungsorganisation ETC-Group gewählt. Sie bezeichnet sehr zutreffend, dass Terminator-Saatgut durch die eingebauten Selbstmord-Gene neues Leben terminiert, also einen freien Nachbau und damit die Selbstbestimmung der Bäuerinnen und Bauern weltweit unmöglich macht.

Konsumblog: Wie stark ist heute freies Saatgut bedroht?

Sandra Blessin: Noch werden weltweit trotz strenger Sortenschutz- und Patentregelungen 80 Prozent des Saatguts frei nachgebaut. Dies ist für den freien Austausch und die Züchtung von neuen Sorten von großer Bedeutung und fördert somit die Agrobiodiversität. Außerdem macht es Landwirte unabhänig von den wenigen transnationalen Unternehmen, die am liebsten für jedes Samenkorn jährlich kassieren würden.

Konsumblog: Welche Konzerne versuchen genmanipuliertes Saatgut durchzusetzen? Wie tun sie das?

Sandra Blessin: Fast alle großen Saatgutunternehmen sind in der Gentechnik aktiv, für die bedeutet es, dass sie gleichzeitig auch das dazugehörige Pestizid besser verkaufen können. Bei Terminator sind es vor allem Syngenta, Monsanto, Delta and Pine Land, aber auch die deutschen Firmen BASF und Bayer Crop Science.

Konsumblog: Welche Folgen hat die Monopolisierung von Saatgut für Bauern und Verbraucher und welche Rolle spielt die EU und Deutschland?

Sandra Blessin: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass das biologische Patent Terminator in allen gentechnisch veränderten Pflanzen zusätzlich zur eigentlichen Genveränderung eingebaut wird, um die Wiederaussaat zu verhindern und den Landwirt zu einem jährlichen Neukauf zu zwingen. Das macht das Saatgut nicht nur teuer für Landwirte, sondern auch für Verbraucher. Das Geld wird dann wahrscheinlich in die Weiterentwicklung der Gentechnik fließen, so dass die wenigen Saatgut-Unternehmen, die den Weltmarkt beherrschen, immer mehr Technologien auf die Felder bringen. Es besteht auch die Gefahr, dass das sterile Terminator-Saatgut ausversehen ausgesäht wird. Eine nicht aufgegangen Saat bedeutet für viele Bäuerinnen und Bauern in der südlichen Hemisphären eine Katastrophe.

Konsumblog: Was kann der Bürger konkret tun, um sich gegen Terminator- Technologie zu wehren?

Sandra Blessin: Jeder kann auf unsere Website gehen: www.freie-saat.de und dort gegen die Terminator-Technologie unterschreiben. Die gesammelten Voten werden dann an den Umweltminister Gabriel geschickt. Außerdem hilft jede Spende, die Kampagne handlungsfähiger zu machen.

Konsumblog: Vielen Dank für das Interview.

Sandra Blessin ist Juristin und arbeitet als Bildungsreferentin für die BUKO Agrar Koordination. Sie ist Koordinatorin und Mitbegründerin der Kampagne Terminator-Technologie ächten – Freie Saat statt tote Ernte – wir berichteten.

. Trackbacken . Thema: Protest & Kampagne,Verbraucherschutz

Umfrage: Geiz ist krank

21.01.06 um 14:00 von Ralph

Damit die neusten Antworten der Umfrage 7 Fragen zu Konsum und Umwelt nicht ganz untergehen, möchte ich sie vorstellen: So zeigt Silvan an einigen Beispielen auf, was preiswert ist und die Umwelt schont, um zu den Schluß zu kommen:

Wer heute noch behauptet, dass ein gesundes und ökologisches Leben zu teuer und für viele nicht finanzierbar sei, ist zu faul zum Denken und schlichtweg nicht informiert.

In den gestern veröffentlichten Antworten von Christian finden wir einen Vorschlag für eine Kampagne gegen die Geiz-ist-geil-Mentalität. Er zitiert:

»Du bist geizig. Du kaufst beim Discounter ein. Du ruinierst Arbeitsplätze und die Qualität Deiner Produkte. Denn Du bist ein Sparfuchs. Du versaust Dir Deine Lebensqualität ganz alleine.«

Update: Weitere ausführliche Antworten auf Towandas Turbulenzen:

Der Fleischskandal hat mir bewußt gemacht, wie rücksichtslos wir mit Mitgeschöpfen umgehen. Ich meine, das Tier zum Fleisch, das für 99 Cent als Steak in der Plastikschale liegt, kann kein gutes Leben gehabt haben, oder?

. Trackbacken . Thema: Konsumerfahrung,Konsumkritik

Coca Cola – Zwischen Boykott und Versuchung

21.01.06 um 13:31 von Ralph

Marketing-Experte Franz-Rudolf Esch hat wohl recht, wenn er Coca Cola als eine extrem starke Marke bezeichnet, die kaum zu schädigen ist. Wie weit die süße Brause in das Konsumverhalten eingedrungen ist, konnte ich an mir beobachten, als ich beschloß, Coca Cola-Produkte zu meiden. Unterwegs auf Autobahnen, auf Partys, die ich gab, bei Durst während des Tages in Kneipen oder sonstwo, war ein innerer Widerstand zu mobilisieren, um nicht schwach zu werden. Es war schlicht eine Selbstverständichkeit geworden, eine Cola zu trinken, nicht ohne weiteres abstellbar.

Erstaunlich auch die Reaktionen von Bekannten und Freunden, denen ich meine Absicht mitteilte und die mich ansahen, als wollte ich ihnen die Atemluft streitig machen. Da half auch kein Aufzählen der Fakten und Beschuldigungen: Der dringende Verdacht, dass Coca Cola in Kolumbien acht Gewerkschaftführer durch Paramilitärs ermorden ließ. Die Vorwürfe, dass Coca Cola in Indien in der Umgebung von Abfüllfabriken Wasserknappheit, Grundwasser- und Bodenverschmutzung verursache und firmeneigenen Giftmüll mit Cadmium und Blei als Dünger verkaufe sowie in Mexiko eine agressive Aneignung des Wassers betreibe. Aber der Drang nach dem Zuckerwasser ist stärker als die Forderung, Menschenrechte zu achten und viele, die Coca Cola boykottieren, sind wohl auch ab und zu schwach geworden, und sei es, um einen dringenden Kinderwunsch zu erfüllen.

Nichtsdestotrotz ist der aktuelle Boykott Stop Killer Coke ein zwar nicht sonderlich erfolgreiches aber doch kleines Mosaiksteinchen zu mehr Bewusstsein und öffentlichen Druck. Immerhin gelang es in Italien, die Gewerkschaften gegen Coca Cola Sponsoring zu mobilisieren, was hierzulande im Zuge der Fussballweltmeisterschaft auch gelingen müsste. Denn die große Dienstleistunggewerkschaft Verdi hat bereits im Herbst 2003 zu einem Boykott von Coca Cola aufgerufen, was aber nicht gerade an die große Glocke gehangen wurde. Auf der Website der größten deutschen Gewerkschaft ist dazu nichts zu finden. Wäre trotzdem bei Verdi zu erfragen, ob die hierzulande stattfindende Kritik an Coca Cola wenigstens zur WM öffentlichkeitswirksam von Verdi unterstützt wird. Viel Hoffnung darf man sich wohl nicht machen.

4 Kommentare . Trackbacken . Thema: Konsumkritik,Protest & Kampagne

Ohne Brot nichts los

21.01.06 um 00:45 von Ralph

Mein täglich Brot würde ich gerne selber backen. Nur gehöre Geduld zum Brot-Backen, wie auf einer Seite mit Tipps zum Brotbacken steht. Da meine Geduld den Namen nicht verdient, mir aber ohne gutes Brot etwas fehlen würde, bleibt mir nichts anderes übrig, als diverse Bäcker und ab und an einen italienischen Feinkostladen aufzusuchen, der ein geniales Ciabatta macht: Ungeschlagen knusprige Kruste und innen so fluffich, als gelte es, den Gaumen in ein Himmelbett zu legen. Frische Brotkruste übrigens, las ich neulich, hätte wegen opiatwirksamer Stoffe eine stimmungsaufhellende Wirkung auf den Esser. Vielleicht liebte ich deshalb die Krusten und Kanten schon immer so. ;-)

9 Kommentare . Trackbacken . Thema: Ernährung

Agrarpolitik: Bauernsterben und Lebensmittelskandale

20.01.06 um 23:07 von Ralph

Wieviel Geld bekommt ein Bauer pro Jahr vom deutschen Staat? Welche Folgen hat es, dass die Subventionshöhe nicht pro Kopf, sondern pro Hektar errechnet wird? Wie will Seehofer die Agrarkonzerne mit weiteren Milliarden aus dem EU-Topf bevorteilen? Ernüchterne Antworten darauf gibt Nick Reimer in dem überaus informativen Kommentar Gülle statt Chemie. Lesen und den alltäglichen Skandal besser verstehen.

Weiteres Posting zum Thema: Die Top-Empfänger der EU-Agrarprämien

. Trackbacken . Thema: Gesundheit,Umweltschutz,Wirtschaftspolitik

Unser täglich eBay

20.01.06 um 22:36 von Ralph

Welche Bedeutung eBay für das Kaufen und Verkaufen in Deutschland hat, deutet vielleicht der Fakt an, dass 18.378.000 unterschiedliche Nutzer eBay im November 2005 besuchten, glaube ich den eBay-Fakten in der taz zwei. Interessant ist zudem der Artikel Drei, zwei, eins – keins von Dieter Grönling, der uns etwas über die Story eBay, über das Bieten und Sniper-Software erzählt. Und zum Schluß schreibt er:

eBay besitzt längst so etwas wie das weltweite Monopol auf Online-Auktionen und hat die Mitbewerber weitgehend verdrängt. Die Firma expandiert munter weiter – mit Skype, dem aufgekauften Anbieter für Internet-Telefonie, mit Kijiji, dem Portal für Kleinanzeigen, und mit vielem anderen. Ganz wie die Gebrüder Samwer: Die gründeten nach ihrem eBay-Ausstieg das Unternehmen Jamba und nervten fortan die Welt mit Klingeltönen.

. Trackbacken . Thema: Konsumkritik

Unser täglich eBay

20.01.06 um 22:36 von Ralph

Welche Bedeutung eBay für das Kaufen und Verkaufen in Deutschland hat, deutet vielleicht der Fakt an, dass 18.378.000 unterschiedliche Nutzer eBay im November 2005 besuchten, glaube ich den eBay-Fakten in der taz zwei. Interessant ist zudem der Artikel Drei, zwei, eins – keins von Dieter Grönling, der uns etwas über die Story eBay, über das Bieten und Sniper-Software erzählt. Und zum Schluß schreibt er:

eBay besitzt längst so etwas wie das weltweite Monopol auf Online-Auktionen und hat die Mitbewerber weitgehend verdrängt. Die Firma expandiert munter weiter – mit Skype, dem aufgekauften Anbieter für Internet-Telefonie, mit Kijiji, dem Portal für Kleinanzeigen, und mit vielem anderen. Ganz wie die Gebrüder Samwer: Die gründeten nach ihrem eBay-Ausstieg das Unternehmen Jamba und nervten fortan die Welt mit Klingeltönen.

3 Kommentare . Trackbacken . Thema: Konsumkritik

RFID – Wenn es funkt im Regal und Stadion

20.01.06 um 16:14 von Ralph

Schon gelesen: Datenschützer kontra Handel – der Streit um die Zukunft der RFID-Funktechnologie eskaliert, zitiert Handakte WebLAWg den ZEIT-Artikel Chip, Chip, hurra?, während ich das klamme Gefühl nicht loswerde, dass es die meisten Betroffenen nicht die Bohne interessiert, ob durch die Schnüffelchips das Kaufverhalten unbemerkt erfasst werden kann oder ein Abgleich und die Zentralisierung persönlicher Daten bei den kommenden Spielen der Fussballweltmeisterschaft möglich wird. Links für den Einstieg:

1 Kommentar . Trackbacken . Thema: Verbraucherschutz,Wirtschaftspolitik

Schnäppchenjäger am Kragen

20.01.06 um 13:25 von Ralph

Ein Sachbuch, dass auf meiner Wunschliste steht, heißt König Kunde ruiniert sein Land. Es stellt die Konsumenten als die Feinde des Verbraucherschutzes dar. Wenn der Verlag mir ein Rezensionsexemplar schickt, werde ich es hier lesen und vorstellen.

. Trackbacken . Thema: Buch und Film,Konsumkritik,Verbraucherschutz

Schnäppchenjäger am Kragen

20.01.06 um 13:25 von Ralph

Ein Sachbuch, dass auf meiner Wunschliste steht, heißt König Kunde ruiniert sein Land. Es stellt die Konsumenten als die Feinde des Verbraucherschutzes dar. Wenn der Verlag mir ein Rezensionsexemplar schickt, werde ich es hier lesen und vorstellen.

3 Kommentare . Trackbacken . Thema: Buch und Film,Konsumkritik,Verbraucherschutz

blutiger kakao

20.01.06 um 00:43 von Ralph

nicht nur um oel, gold und diamanten wird gekaempft, bzw laesst man kaempfen, auch um kakao wird blut vergossen.
siehe dazu den
taz-bericht: Kakao kann eine Waffe sein.

1 Kommentar . Trackbacken . Thema: Ernährung,Globalisierung

Kochen in Zeiten von Hartz IV

19.01.06 um 14:58 von Ralph

Dass gutes Essen zu erschwinglichen Preisen in Zeiten von Hartz IV gefragter denn je ist, zeigt das Hartz IV-Kochbuch – Ein Kochbuch für harte Zeiten von Sigrid Ormeloh und Nicole Schlier. Die Autorinnen wollen zeigen, dass sich gutes Essen und ein schmaler Geldbeutel nicht ausschliessen müssen. Ob ihnen das gelungen ist?

12 Kommentare . Trackbacken . Thema: Ernährung

Die Top-Empfänger der EU-Agrarprämien

19.01.06 um 11:33 von Ralph

Warum verschweigen EU-Länder wie Deutschland und somit die Landwirtschaftsministerien der Länder und des Bundes sowie auch der Deutsche Bauernverband und die Ernährungswirtschaft die Summen, die ihnen die EU als Agrarsubventionen zuschiebt. Weil keiner wissen soll, wer wirklich profitiert?

Ist es da noch verwunderlich, wenn z.B. in den Niederlanden der Weltkonzern Nestl zu den Top-Empfängern von EU-Agrarbeihilfen zählt!? Oder die BASF in Belgien absahnt!? Und die belgische Bank „Crdit Agricole“ genauso zu den dicksten Subventionsempfängern gehört wie der US-Tabakriese Philip Morris!?

Da staunt der Laie und die schwächeren Länder der Welt und ihre Bauern leiden beträchtlich, haben vielerorten erst gar keine Chance, ihre Agrarwirtschaft auszubauen.

Denn die EU-Agrarsubventionen befördern nicht nur das Bauernsterben in Europa. Sie vernichten mit essbaren Billigwaren die Existenz hunderttausender Landwirte auf der ganzen Welt. Seit 1999 wurde der Agrarexport aus Deutschland um 50 Prozent auf 36 Milliarden Euro gesteigert, allein von 2003 bis 2005 um über 10 Prozent. Mit deutschem und europäischem Hühnerfleisch, mit Schweinen, Gemüse, Milch, Zucker oder Speiseöl zu subventionsgestützten Dumpingpreisen werden die Agrarmärkte in zahlreichen Ländern der 3. Welt aufgerollt und liquidiert.

Telepolis: Die Kuh zum Melken und zum Schlachten

. Trackbacken . Thema: Ernährung,Wirtschaftspolitik

Die Top-Empfänger der EU-Agrarprämien

19.01.06 um 11:33 von Ralph

Warum verschweigen EU-Länder wie Deutschland und somit die Landwirtschaftsministerien der Länder und des Bundes sowie auch der Deutsche Bauernverband und die Ernährungswirtschaft die Summen, die ihnen die EU als Agrarsubventionen zuschiebt. Weil keiner wissen soll, wer wirklich profitiert?

Ist es da noch verwunderlich, wenn z.B. in den Niederlanden der Weltkonzern Nestlé zu den Top-Empfängern von EU-Agrarbeihilfen zählt!? Oder die BASF in Belgien absahnt!? Und die belgische Bank „Crédit Agricole“ genauso zu den dicksten Subventionsempfängern gehört wie der US-Tabakriese Philip Morris!?

Da staunt der Laie und die schwächeren Länder der Welt und ihre Bauern leiden beträchtlich, haben vielerorten erst gar keine Chance, ihre Agrarwirtschaft auszubauen.

Denn die EU-Agrarsubventionen befördern nicht nur das Bauernsterben in Europa. Sie vernichten mit essbaren Billigwaren die Existenz hunderttausender Landwirte auf der ganzen Welt. Seit 1999 wurde der Agrarexport aus Deutschland um 50 Prozent auf 36 Milliarden Euro gesteigert, allein von 2003 bis 2005 um über 10 Prozent. Mit deutschem und europäischem Hühnerfleisch, mit Schweinen, Gemüse, Milch, Zucker oder Speiseöl zu subventionsgestützten Dumpingpreisen werden die Agrarmärkte in zahlreichen Ländern der 3. Welt aufgerollt und liquidiert.

Telepolis: Die Kuh zum Melken und zum Schlachten

2 Kommentare . Trackbacken . Thema: Ernährung,Wirtschaftspolitik

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