Konsum, Alltag und Globalisierung
23. Februar 2007 von Ralph
Was für ein Glück wir letzte Woche hatten, als das Europaparlament dem Willen der EU-Kommission nicht folgte, Müllverbrennung als Recycling gelten zu lassen! Müll wäre so „als Wertstoff geadelt“ worden, der Anreiz für Firmen, recyclingfreundliche Produkte zu entwerfen, abgeschwächt worden. Der Fall zeigt zudem, mit welchen Müllbergen die Europäer zu kämpfen haben (jeder Bundesbürger im Schnitt 500 Kilogramm pro Jahr) und das für die gesteigerte Wiederverwertung von Müll nachwievor dicke politische Bretter gebohrt werden müssen.
Ein anderer Aspekt des globalisierten Müllproblems ist der Giftmüllimport nach Deutschland. Aktuell kämpfen hier in NRW Bürgerinitiativen und Kommunen gegen das Vorhaben, mehrere tausend Tonnen hochgiftiges Hexachlorbenzol (HCB) aus Australien in NRW zu entsorgen (verursacht vom Sprengstoff-Produzenten (!) Orica). Der Giftmüll soll in den Verbrennungsanlagen in Herten, Leverkusen und Dormagen verbrannt werden. Auch wenn man wie in der taz über das Pro und Contra streiten kann, vor dem Hintergrund, dass die großen Energieversorger vierzig (!) neue Müllverbrennungsanlagen für ihr Müllgeschäft bauen wollen, kann ich bei bestem Willen keine positiven Aspekte von Giftmüllimporten sehen. Zum einen sind die Verbrennungsanlagen eine Gefahr für Anwohner und Konsumenten (Stichwort Nahrungskette), weil sich ein Teil der Industrie immer noch weigert, effiziente Filtertechnik einzusetzen (siehe: Trend zum Gift) und Unfälle nicht auszuschliessen sind. Zum anderen werden die neuen Anlagen für Überkapazitäten sorgen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zur Steigerung der Müllimporte führen werden.
Weitere Links zum Thema:
23. Februar 2007 von Ralph
Was für ein Glück wir letzte Woche hatten, als das Europaparlament dem Willen der EU-Kommission nicht folgte, Müllverbrennung als Recycling gelten zu lassen! Müll wäre so „als Wertstoff geadelt“ worden, der Anreiz für Firmen, recyclingfreundliche Produkte zu entwerfen, abgeschwächt worden. Der Fall zeigt zudem, mit welchen Müllbergen die Europäer zu kämpfen haben (jeder Bundesbürger im Schnitt 500 Kilogramm pro Jahr) und das für die gesteigerte Wiederverwertung von Müll nachwievor dicke politische Bretter gebohrt werden müssen.
Ein anderer Aspekt des globalisierten Müllproblems ist der Giftmüllimport nach Deutschland. Aktuell kämpfen hier in NRW Bürgerinitiativen und Kommunen gegen das Vorhaben, mehrere tausend Tonnen hochgiftiges Hexachlorbenzol (HCB) aus Australien in NRW zu entsorgen (verursacht vom Sprengstoff-Produzenten (!) Orica). Der Giftmüll soll in den Verbrennungsanlagen in Herten, Leverkusen und Dormagen verbrannt werden. Auch wenn man wie in der taz über das Pro und Contra streiten kann, vor dem Hintergrund, dass die großen Energieversorger vierzig (!) neue Müllverbrennungsanlagen für ihr Müllgeschäft bauen wollen, kann ich bei bestem Willen keine positiven Aspekte von Giftmüllimporten sehen. Zum einen sind die Verbrennungsanlagen eine Gefahr für Anwohner und Konsumenten (Stichwort Nahrungskette), weil sich ein Teil der Industrie immer noch weigert, effiziente Filtertechnik einzusetzen (siehe: Trend zum Gift) und Unfälle nicht auszuschliessen sind. Zum anderen werden die neuen Anlagen für Überkapazitäten sorgen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zur Steigerung der Müllimporte führen werden.
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23. Februar 2007 von Ralph
Reto Stauss von nachhaltigBeobachtet hat eine kurz kommentierte Liste unter dem Thema Die besten Blogs rund um Nachhaltigkeit zuammengestellt. Tolle Sache, gut gemacht. Ergänzen würde ich diese Liste um Die_Farmblogger, die ich heute erst über einen Kommentar entdeckt habe und die seit Dezember 2006 engangierte Postings ins Web funken. – So, nun suche ich einen Freiwilligen, der die Linkliste in der Sidebar des Konsumblogs erweitert. Wahrscheinlich werde ich der Freiwillige sein. ;-)
23. Februar 2007 von Ralph
ueber die mailingliste fuer gastro-neulinge und andere von gedankensplitter-gastro-blog bin ich auf den punkt gestossen, das ein gastronomischer betrieb, der die verwendung von biologischen produkten explizit erwaehnen moechte, eine komplizierte und schwierige und mit auflagen verbundene zertifizierung durchmachen muss.
also: ich will meinetwegen biolandfleisch verarbeiten und das auch sagen (=werben).
ich muss fuer dieses produkt einen eigenen verarbeitungsbereich etc nachweisen.
und und und und.
wenn ich allerdings den ueblichen dreck vom gv partner (nichts genuin obszoenes, gv steht fuer grossverbraucher), grossmarkt etc verwende, muss ich garnichts nachweisen.
finde ich frech.
23. Februar 2007 von Ralph
wie die eu bio in deutschland abwuergt.
quintessenz war, das durch die neuen foerderrichtlinien die deutschen kleinen bio-produzenten benachteiligt werden, waehrend die „agrarfabriken“ unverhaeltnismaessig gefoerdert werden.
nichts neues, vermutlich.
interessant fand ich, das durch die speziellen richtlinien fuer die ganz neuen (ost)-europaeischen laender dort der bio-gedanke durch das gesetz von angebot und nachfrage schneller verbreitet werden koennte, als man denkt.
da es dort eine breite agraische basis gibt, die weitestgehend von modernen methoden unberuehrt ist, ist der direkte einstieg in den bio-markt (zumindest nach eu-bio-zertifikat) rel einfach.
fragwuerdig ist, ob der transportweg dann noch so bio ist..
fuer eine mango ist es schon grenzwertig, aber muss eine kartoffel von polen nach dem saarland reisen?
ich haette gerne ein paar mehr infos dazu, da ich diese sendung wie gesagt nur 5min im radio wahrnahm…
22. Februar 2007 von Ralph
Anscheinend nehmen in diesem Jahr die konsumkritischen Weblogs etwas zu. Neben Ökoblog und Konsumguerilla gibt es seit Anfang Februar auch mangoomangoo von Barbara Haselboeck. Liest sich gut an dort. Ich wünsche viel Spass beim Informieren und Meinen, auf ein fleissiges Verlinken und Verweisen. ;-)
20. Februar 2007 von Ralph
Über illegalen und umweltzerstörischen Erdbeeranbau in Südspanien informiert der taz-Artikel Viel zu frühe Früchtchen. Mit der roten Frucht läßt sich viel Geld verdienen, so wundert es nicht, dass in Andalusien ganze Landstriche mit illegalen Erdbeerfeldern unter Plastik übersät sind und zahlreiche nicht genehmigte Brunnen das ökologische Gleichgewicht der betroffenen Regionen zerstören. Doch es gibt Alternativprojekte, die den Wasserverbrauch und Düngemitteleinsatz wesentlich reduzieren, zudem
versucht der WWF die Supermarktketten in Europa zu bewegen, nur „doppelt legale Erdbeeren“ einzukaufen, also Früchte, die unter nachhaltigen Gesichtspunkten angebaut sind. Einen ersten, wenn auch kleinen Erfolg kann der WWF verbuchen: Die holländische Supermarktkette Albert Heijn hat zugesichert, künftig nur noch legale Erdbeeren zu verkaufen. Die Kisten werden zusammen mit dem WWF mit einem Logo versehen, eine kleine Informationsbroschüre wird beigelegt. Noch in dieser Saison sollen Supermarktketten in anderen Ländern folgen.
Weitere Infolinks zum Thema:
20. Februar 2007 von Ralph
Michael Müller (SPD), Staatssekretär im Bundesumweltministerium, kritisiert nicht nur die Atomkraft als Hemmnis einer klimaschützenden Energiewende, er setzt sich auch für eine radikale Überwindung des kapitalistischen „Mehr, schneller und weiter“ ein. In dem empfehlenswerten Interview mit Nick Reimer sagte er:
Natürlich hat der Klimaschutz Konjunktur, wie schon Anfang der neunziger Jahre. Aber es bleibt an der Oberfläche, wenn nicht auch die „Systemfrage“ gestellt wird. Das heißt: Wir brauchen eine neue Kultur, die unseren heutigen Umgang mit Zeit radikal in Frage stellt. Wir leben in einer Art permanenter Gegenwart, die von der Verkoppelung von Zeit und Geld geprägt ist. Unter dieser Diktatur der kurzen Frist wird es keine wirklichen Lösungen geben, sind wir weder zur Reflexion noch zur Antzipation fähig. Und dann führen wir auch falsche Debatten, zum Beispiel über Laufzeitverlängerung oder CO2-freie Kraftwerke. Die Maxime von Roosevelt war: Große Herausforderungen brauchen große Lösungen. Auch heute brauchen wir mutige Schritte, so wie 1990 das Ziel der CO2-Reduktion um 30 Prozent. Doch davon gibt es nur wenige.
18. Februar 2007 von Ralph
Die Initiative Nachrichtenaufklärung hat wieder eine Top-Ten der 2006 in den Medien vernachlässigten Themen erstellt. Relevant fürs Konsumblog:
18. Februar 2007 von Ralph
In dem Posting Müllermilch erwähnte ich, dass ich keine Belege dafür finde, dass der Herr Müller die NPD finanziell unter die Arme greife. NPD-Blog.info sieht nun die Behauptung als Internet-Mythos an: Internet-Mythen: Die NPD und MüllerMilch.
18. Februar 2007 von Ralph
In dem Posting Müllermilch erwähnte ich, dass ich keine Belege dafür finde, dass der Herr Müller die NPD finanziell unter die Arme greife. NPD-Blog.info sieht nun die Behauptung als Internet-Mythos an: Internet-Mythen: Die NPD und MüllerMilch.
15. Februar 2007 von Ralph
Ich betrachte Weblogs immer noch als eine sehr gute Möglichkeit, ähnliches und interessantes Wissen miteinander zu vernetzen. Deshalb freue ich mich, wenn ich thematisch ähnlich gelagerte Weblogs vorstellen kann, anstatt sie als Konkurrenz wahrzunehmen. In diesem Sinne möchte ich heute das Ökoblog von Marko Radloff als neue Anlaufstelle für kritische Konsumenten empfehlen. Es sieht gut aus und die Postings können sich auch sehen lassen – via Vitalgenuss.
By the way: Ich werde bald die Domain umweltblog.net freigeben. Wer Interesse hat, melde sich bitte, bevor es zu spät ist.
15. Februar 2007 von Ralph
Ich betrachte Weblogs immer noch als eine sehr gute Möglichkeit, ähnliches und interessantes Wissen miteinander zu vernetzen. Deshalb freue ich mich, wenn ich thematisch ähnlich gelagerte Weblogs vorstellen kann, anstatt sie als Konkurrenz wahrzunehmen. In diesem Sinne möchte ich heute das Ökoblog von Marko Radloff als neue Anlaufstelle für kritische Konsumenten empfehlen. Es sieht gut aus und die Postings können sich auch sehen lassen – via Vitalgenuss.
By the way: Ich werde bald die Domain umweltblog.net freigeben. Wer Interesse hat, melde sich bitte, bevor es zu spät ist.
15. Februar 2007 von Ralph
Coole Idee: Wikinea – Das Portal für Ikea-Gebrauchtmöbel via Konsumguerilla.
13. Februar 2007 von Ralph
Subster, Betreiber des Weblogs Konsumguerilla und von unseren Themen sehr angetan, hat in einem Kommentar das Buch Die Einkaufsrevolution von Tanja Busse als sein entscheidendes Bucherlebnis zu mehr Konsumbewusstein beschrieben. Das brachte mich auf die Idee, Euch nach Euren wichtigsten Büchern zu fragen, Bücher, die Euer Konsumverhalten von heute auf morgen verändert oder langsam zu ersten Entscheidungen geführt haben, Bücher, die ein Schlüsselerlebnis waren und etwas in Gang gesetzt haben. Welche Bücher waren das und was darin hat am meisten beeindruckt? Vielleicht ergeben Eure Antworten ja eine interessante Bücherliste, aus der man sich je nach Bedürfnis und Erkenntnisstand bedienen könnte.